Linz AG vertrieb den aufmüpfigen Bestatter aus seinem Quartier im Hafen

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Früherer Linzer Spitzensportler Swoboda sitzt nun auf der Straße

Linz AG vertrieb den aufmüpfigen Bestatter aus seinem Quartier im Hafen

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„Weil ich ein kritischer Geist bin, will mich die Linz AG ruinieren“, klagt der frühere Spitzensportler und Wasserbestatter Christian Swoboda, der seit Dienstag obdachlos ist. Die Linz AG hat ihn per Gerichtsbeschluss aus seinem Wohn- und Firmengelände im Linzer Hafen an die Luft setzen lassen.

Ein Beitrag von Kurt Guggenbichler

Bezahlte Mieter immer pünktlich

„Zu Unrecht“, wie Swoboda meint. Ein Ablöseangebot in der Höhe von 240.000 Euros für das 1400 Quadratmeter große Areal mit mehreren Gebäuden, darunter auch sein Wohnhaus, hatte er bis Redaktionsschluss noch ausgeschlagen. Nicht nur, weil die angebotene Summe für die Objekte viel zu niedrig sei, sondern weil Swoboda auch keinen Grund sieht, ihn von dort zu vertreiben. „Er hat seine Miete immer pünktlich bezahlt“, betont sein Anwalt. Nun steht der Unternehmer und mehrfache frühere Wasserski-Staats- und Europameister auf der Straße und wird wohl zuschauen müssen, wie sein Arbeitsplatz und sein Zuhause dem Erdboden gleich gemacht wird. Damit endet vorläufig ein jahrelanger und nervenaufreibender Rechtsstreit zwischen Swoboda und der Linz AG , der beiden Seiten schon viel Geld gekostet hat.

Zu große Gefahr bei Hochwasser

Begonnen hat der Streit damit, sagt der Obdachlose, als er anfing, im Internet die geplante Verladung der Linzer Hafenbecken zu kritisieren. Das war ab dem Jahr 2011. Wasserbestatter Swoboda befürchtet nämlich, dass er dadurch mit seinen beiden großen Schiffen „Marleen“ und „Schrauberl Claudia“ bei größeren Hochwässern nicht mehr sicher genug sei. Diese Kritik und der darauf einsetzende jahrelange Hickhack habe der Linz AG nicht geschmeckt, erläutert Swoboda. Von da an habe ihn das Unternehmen aus dem seit 2005 von ihm anstandslos gemieteten Areal hinaushaben wollen. Bürgermeister Klaus Luger hat nach Swobodas Worten einzulenken versucht, sei jedoch auf Granit gestoßen.

Einfach rausgeschmissen

Die Linz AG blieb hart und erwirkte wegen des „unzumutbar“ gewordenen Mietverhältnisses bei Gericht einen Räumungsbeschluss, auf den sich das Unternehmen nun auch beruft. Diesem Beschluss waren Besitzstörungs- und Eigentumsklagen vorausgegangen. Wie und aufgrund welcher Annahmen der Gerichtsbeschluss allerdings zustande gekommen sei, ist ein eigenes Kapitel, sagen Swoboda und sein Anwalt, der den Rausschmiss seines Mandanten schon deshalb für ungerechtfertigt hält, weil ein Mietverhältnis nach dem Mietgesetz für ein Areal, auf dem sich mehrere Objekte befänden, nicht aufkündbar sei.

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