Linz: Monatelange Wartezeiten beim Facharzt

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Linz: Monatelange Wartezeiten beim Facharzt

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Herr Doktor, ich hinke, weil ich mit dem rechten Bein nicht mehr normal gehen kann, weiß aber nicht, was es sein könnte“, klagte der 66-jährige Patient im Jänner seinem Hausarzt in Neuhofen/Krems, der kurz das Bein betastete und ihm dann zu einem Orthopädiefacharzt überwies. „Das muss man sich genauer anschauen“, sagte der Doktor, „es könnte was mit der Achillessehne sein.“

Lange Warteschlange

Der Mann bedankte sich, nahm den Überweisungsschein und sprach beim empfohlenen Orthopäden in Wels vor, der ihn einige Übungen mit dem Bein machen ließ. Als sich der Patient auf die Zehen stellen sollte, gelang das nicht. „Aha“, meinte der Doktor mit einem vielsagenden Blick und der Patient hoffte, nun eine Erklärung für die Ursache seines Problems zu bekommen. Nun, da gebe es mehrere Möglichkeiten, erläuterte der Arzt. Doch um Gewissheit zu bekommen, empfahl er, sollte man eine Magnetresonanztomografie machen. Dann fragte er noch, zu welchem Radiologen der Patient gehen wolle? Dieser entschied sich für das Institut des Dr. Schwarzl in Linz-Kleinmünchen.

Doch ohne Termin geht dort nichts. Also reihte sich der Patient mit dem Hinkebein brav in die Warteschlange, um geduldig sein Untersuchungsdatum zu erfragen. Als er es vernahm, war er zunächst sprachlos. Er glaubte sich verhört zu haben…

Die Minuten flossen dahin

„Wann bin ich dran?“, fragte er ungläubig die Dame am Empfang. „Am 28. April um 10:20 Uhr“, sagte sie. „Das ist in drei Monaten“, sagte der Mann: „Gibt es denn nichts früher?“ Die Frau schüttelte verneinend den Kopf und sagte: „Sie können uns aber jeden Tag anrufen, denn hin und wieder fällt jemand aus.“ Der Mann seufzte, machte auf dem Absatz kehrt und ging. In der Zwischenzeit hinkte er weiter und hoffte, dass seine Achillessehne nicht riss.

Als der Tag des Termins schließlich da war, saß der Mann schon fünf Minuten vor der vereinbarten Zeit in der Ordination des Radiologen Dr. Schwarzl und freute sich, nun bald etwas über den Zustand seines Beins zu erfahren. Geduldig wartete er fünf Minuten, zehn Minuten, fünfzehn Minuten, zwanzig Minuten – nichts geschah. Schließlich fragte er die Arzthelferin beim Empfang, ob man ihn vergessen hätte? Diese schaute kurz in ihren Computer und vertröstete: „Zwei sind noch vor ihnen, dann sind sie dran.“ Sie entschuldigte sich, weil man heute etwas überlastet sei.

Reine Nervensache

Der Mann war enttäuscht. Schließlich hatte er lange auf den exakten Termin warten müssen. Wieder vergingen fünf Minuten, zehn Minuten, fünfzehn Minuten und als sich nach zwanzig Minuten noch immer nichts rührte, sprang er auf, eilte auf die Arzthelferin zu und sagte verärgert die geplante Untersuchung ab, weil er leider nicht länger warten könne. Die Dame nahm es achselzuckend zur Kenntnis. Er müsse zum Begräbnis eines nahen Verwandten, erklärte der Patient, nahm innerlich bebend vor Zorn seine Papiere und fuhr auf den Friedhof. Dort hoffte er inständig, dass die gefährdete Achillessehne noch weiter halten würde, damit er nicht in die Situation käme, selbst gleich auf dem Friedhof bleiben zu müssen…

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