NEOS-Mann Peter Gengler: Ein Mensch mit zahlreichen Stationen

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Im Interview mit „Wochenblick“

NEOS-Mann Peter Gengler: Ein Mensch mit zahlreichen Stationen

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Wir sprechen gern mit unseren Lesern, vor allem mit kritischen Lesern: Unser zweiter Gast in der losen Reihe ist der Welser Peter Gengler. Man könnte behaupten, mit seinen Stationen bei den Grünen, den Piraten, beim Liberalen Forum und jetzt bei NEOS, er sei ein politisches Chamäleon. Er sagt: „Mein Standpunkt ist immer der gleiche geblieben, die Parteienlandschaft hat sich verändert.“

Ein Bericht von Georg M. Hofbauer

Auf seine Parteien-Rallye angesprochen, klärt Gengler (58) gern auf: „Ich habe überall die gleichen Themen verfolgt und der liberale Gedanke ist in Österreich viel zu wenig präsent“. Deshalb hat sich der selbstständige Techniker mit einem Büro für Automation vor Jahren bei den NEOS „eingeparkt“. Sein Motiv für sein politisches Tun: „Ich will kein Amt, ich will nur aufklären.“

Gegengewicht

Damit im Zusammenhang steht für den politischen Kopf natürlich auch Medienkritik, so fanden wir schließlich zusammen, zu unserem Austausch: Gengler, der das Informationsangebot und den Ansatz des „Wochenblick“ grundsätzlich als Gegengewicht zum Mainstream gut findet, kritisiert mehrfach per Mail, wir sollten über den Fall des Doppelmordes von Stiwoll bei Graz berichten: Der käme aus dem rechten Eck und darüber sollten wir eben AUCH schreiben.

Und so kommt es, dass wir das Thema lebhaft diskutieren. Stimmt, der vermutliche Täter fuhr mit einem „Heil Hitler“- Plakat auf seinem Bus durch Graz. „Aber“, so versuche ich Gengler zu überzeugen, „weder die Staatsanwaltschaft, noch dem sicherlich nicht rechtslastigen ‚Standard’ wäre es gelungen, darin einen rechtsradikalen Hintergrund zu erkennen.“ Es sei lediglich ein Stilmittel gewesen, um auf Missstände in der Justiz hinzuweisen.

Dialog pflegen

Mit Peter Gengler zu diskutieren macht Spaß, weil er nicht so schnell aufgibt und er sich interessanterweise von meinem Argument nicht so restlos überzeugt gibt. Deshalb ein neuer Anlauf: „Der Brandanschlag auf ein Asylheim, darüber wurde nicht geschrieben!“ Ich denke nach, hier kann nur Altenfelden gemeint sein. Eine Nachschau im Archiv ergibt, dass mehrfach vom „Wochenblick“ darüber berichtet wurde. „Der Anschlag kann nur aus der rechten Ecke kommen, wer soll’s sonst gewesen sein“, so Gengler.

Mein Einwand wiederum: „Das ist nicht erwiesen, so einfach dürfen wir Journalisten es uns nicht machen.“ Die Ermittlungen haben auch in diesem Fall nicht das Vermutete bewiesen. Gengler nimmt es wiederum sportlich, die Gesprächsebene bleibt sachlich und das ist erfreulich. Sein Credo zu den Themen Links/Rechts generell: „Vor allem die Linken und die Liberalen machen häufig den Fehler, dass sogenannte Rechte samt ihren Ansichten als aussätzig abgestempelt werden. Dabei muss der Dialog gepflegt werden.“

Lob für Kurz

Ideologien sind laut Gengler, der seine Frau in Südafrika kennenlernte und auf vielen Kontinenten für seine Auftraggeber tätig ist, generell Fossilien. Die neue Zeit erfordere logische, aber nicht ideologische Denkweisen. Sebastian Kurz sei hier ein gutes Beispiel.

Und noch ein Outing hat Peter Gengler bei unserem Gespräch parat, der sich die Lebensweisen der Menschen auf vielen Erdteilen genau ansieht: „Vieles, was nach Armut aussieht, entpuppt sich als Produkt von Dummheit und Faulheit.“ Das sei jetzt so nicht unbedingt aus dem Programm von den NEOS, aber der Leistungsgedanke schimmere bei den Pinken durch.

Post nach Wien

Und noch eine Kritik will Gengler anbringen: „Dass ihr über Präsident Van der Bellen so polemisch geschrieben habt, weil er eine Anfrage nicht beantwortet hat, das hat mich gestört.“ Es hat Gengler übrigens derart geärgert, dass er selbst eine Anfrage an die Präsidentenkanzlei gestellt hat, ob das stimme. Dieses Mail blieb bisher ebenfalls unbeantwortet…

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