Nestlé schließt Linzer Werk trotz Milliardengewinn

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Nestlé schließt Linzer Werk trotz Milliardengewinn

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Für die Mitarbeiter war es ein Schock: Das traditionsreiche Nestlé-Werk in Linz wird mit Jahresende seine Pforten wohl für immer schließen. Die 127 Angestellten des Standorts stehen jetzt vor dem Nichts und kämpfen mit Existenzängsten.

Sparen bei den Arbeitern trotz Rekordgewinne

Von Arbeitnehmervertretern wird besonders kritisch gesehen, dass der Schweizer Nestlé-Konzern Werke schließt, obwohl er im letzten Jahr einen Reingewinn von 8,32 Milliarden Euro erzielen konnte. Von Seiten des Konzerns heißt es, dass die Schritte nötig wären, weil sich das Wettbewerbsumfeld und die Nachfrage geändert habe.

Besonders die erhöhte Gewinnausschüttung für die Aktionäre sorgt für Unbehagen. Der Konzern hat nämlich gleichzeitig Sparprogramme über 500 Millionen Euro angekündigt – auf dem Rücken der Arbeiter, denn Managergehälter sind laut Medienberichten nicht betroffen.

Kritik von Freiheitlichen Arbeitnehmern und GPA

Der Vorsitzende der Freiheitlichen Arbeitnehmer in Oberösterreich, Gerhard Knoll, kritisiert: „Genau das Gegenteil unseres Slogans ‚Der Mensch zählt mehr als der Profit’ zeigt Nestlé mit diesem Schritt. Ich erwarte mir, dass der Konzern zeigt wie viel die Mitarbeiter des Linzer Standortes zum Erfolg des Gesamtunternehmens beigetragen haben.“  Der Konzern müsse jetzt für sozial gerechte Maßnahmen für die Angestellten sorgen, fordert Knoll.

Gewerkschaft will Sozialplan aufstellen

Der Vertreter der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Andreas Stangl beklagt, dass Nestlé eigentlich ein sozialer Betrieb sei, der auch viele Mitarbeiter über 50 Jahren angestellt habe. Von diesen werden über 50 wohl arbeitslos werden. Aufgrund der aktuellen, angespannten Arbeitsmarktsituation ist es für die Älteren besonders schwierig wieder einen neuen Job zu finden. Stangl pocht auf eine schnelle Umsetzung sozialer Pläne – wie der Gründung einer Arbeitsstiftung oder Umschulungsprogramme.

Als Grund für die Schließung vermutet der Gewerkschaftsfunktionär Einsparungen bei den Personalkosten, um im Ausland billiger produzieren zu können. „Linz war der letzte produzierende Betrieb von Nestlé in Österreich. Argumentiert wurde die Schließung mit Marktveränderung. In unserem System kann man einem Konzern leider nicht verbieten wo er produziert.“ Zur Ausverhandlung der Eckpunkte des Sozialplans befindet sich die Gewerkschaft in ständigem Kontakt mit Mitarbeitern, Konzern und Politik.

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