Notar warnt: „Nicht unterschreiben!“

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Notar warnt: „Nicht unterschreiben!“

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Ein Mensch stirbt. Er hinterlässt keine Kinder, keinen Partner, keine Eltern, keine Geschwister, dafür aber ein Erbe. Und das ohne Testament.

Ein gefundenes Fressen für „unseriöse Erbenermittler“, vor welchen der Linzer Notar Dr. Roland Gintenreiter eindringlich warnt. Per Post oder gar persönlich in der Eingangstüre eröffnen sie Ihnen eine mehr oder minder erfreuliche Nachricht: Nach dem Tod eines entfernten Verwandten sind Sie einer der Erben. Sie brauchen nur zu unterschreiben und auf bis zu vierzig Prozent des Erbes verzichten.

„Das ist hoch unseriös“

Dann erfahren Sie auch, um wen es sich bei dem Verstorbenen handelt und können das Erbe antreten. Klingt nach Trickbetrug, ist es aber nicht. Vielmehr handelt es sich dabei um eine legale und immer populärer werdende Vorgehensweise einiger Erbenermittler, die Notar Dr. Gintenreiter scharf verurteilt. „Das ist hoch unseriös“, mahnt der Jurist und fügt hinzu: „Nur nichts unterschreiben!“

Eine Änderung des Gesetzes ist für den Linzer Notar nicht notwendig, lediglich ein Umdenken. Denn bei einem Todesfall beschäftigt sich ein vom Gericht bestellter Notar mit der Verlassenschaft.

Findet dieser keine Erben, wird häufig sehr rasch ein sogenanntes Erbenedikt geschaltet. Dieses erscheint im Amtsblatt der „Wiener Zeitung“, an der Gerichtstafel und im Internet in der Ediktsdatei. Ziel ist es, dadurch Erben ausfindig zu machen. Betroffene sollen sich innerhalb von sechs Monaten melden. Tut das niemand, geht die Verlassenschaft an den Staat.

Professionelle Erbenermittler beauftragen

Doch wer kommt auf die Idee, regelmäßig diese Erbenedikte zu durchforsten, um an eine mögliche Erbschaft zu gelangen? Zumindest kaum ein „normaler“ Bürger. Dafür Erbenermittler umso mehr. Diese machen sich dann auf eigene Faust auf die Suche nach den Erben und versuchen am Kuchen mitzuschneiden. Die Lösung der gesamten Problematik liegt für Notar Dr. Gintenreiter darin, kein vorschnelles Edikt zu schalten.

Vielmehr empfiehlt er Notaren und Gerichten selbst professionelle Erbenermittler zu beauftragen. Solche, die ein Honorar nach tatsächlichem Aufwand stellen! Erst wenn auch diese in ihrer Suche erfolglos waren, kann ein Edikt erlassen werden. Insgesamt dreißig Jahre hat ein Erbberechtigter Anspruch darauf, seinen Anteil einzufordern. Auch wenn die Verlassenschaft bereits der Staat oder andere Erben bekommen haben.

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