Oberösterreichs Badeparadiese

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Im Salzkammergut hat die Sommerfrische wieder Saison, das Vertraute ist plötzlich wieder gefragt. Die Menschen entdecken erneut das Ferienvergnügen im eigenen Land, das auch viel zu bieten hat: Neben Geselligkeit, gutem Essen und schöner Landschaft punktet Oberösterreich auch mit Badeseen, deren Wasser man trinken kann.

Eine Heimatreportage von Chefredakteur Kurt Guggenbichler

Die neue Ländlichkeit mausert sich zum Urlaubshit, weil Ferienmachen wie vor 100 Jahren ein probates Mittel zur Heilung entzündeter Großstadtseelen ist, vor allem, wenn man dabei auf die Annehmlichkeiten eines modernen Alltags nicht verzichten muss.

Die Sommerfrische ist zurück

Deshalb boomt er wieder, der Ferientourismus im Salzkammergut, wo man sich heuer einen Rekordbesuch erwartet. Was gibt es auch Schöneres als an einem sonnigen Nachmittag an einem der Landungsstege der schönen Seen zu liegen und diesen besonderen Duft von Wasser und Holz einzuatmen?

Von diesem besonderen Duft „von jahrelang eingesogenem Sonnenbrande“ schwärmte schon der Schriftsteller Peter Altenberg. In seiner Erzählung „Der Landungssteg“ schreibt er, dass das Wasser darunter so angenehm rieche wie die frische Haut von Fischen. Damit meinte er diese kleinen grausilbernen Fische, die er beobachtete wie sie im Wasser rasch hin und her huschten und auch um die dicken Landungssteg­pfosten herum.

Steg-Lyrik

Diese tragen noch heute die Bretter, auf denen sich die Menschen nach wie vor vorm Besteigen der Schiffe versammeln, die die Salzkammergutseen durchkreuzen, was auch schon zu Altenbergs Zeiten en vogue war.

Angeregte Menschen in lichten Kleidern sammelten sich auf dem Landungssteg, beobachtete er, darunter auch Eltern, die ihre Kinder vor dem Reinfallen in den See warnten. „Geh nicht zu weit vor“ sagten die Erwachsenen. Wer heute beispielsweise beim Landungssteg vorm Gmundner Gasthaus Hoisn am Traunsee steht, erlebt immer noch Ähnliches, aber auch Szenen, die Peter Altenberg gewiss nicht gesehen hat.

Reines Wasser mit Trinkqualität

Denn nicht weit entfernt vom Hoisn, beim Landungssteg des vorgelagerten Gasthauses Ramsau, gewahrten unlängst mehrere Wanderer wie ein Mädchen im Dirndl dort ein Glas in den See tauchte und mit Wasser füllte. Damit demonstrierte es eindrucksvoll, dass der See Trinkwasserqualität hat, worauf die heimischen Touristiker und Politiker besonders stolz sind.

Da das Wasser des Traunsees tatsächlich sehr nährstoffarm ist, ist es auch sehr klar, selbst wenn die unterste Wasserschicht durch industrielle Einleitungen etwas salzhaltiger schmecke wie es heißt. Trinken kann man dieses Wasser trotzdem und darin baden auch. Das Wasser des Attersees zum Beispiel wird durch überhaupt nichts beeinträchtigt, weil durch die Verlegung einer Ringkanalleitung schon beizeiten sichergestellt wurde, dass der See heute komplett abwasserfrei und somit absolut rein ist.

Auch die Wasserqualität des Hallstättersees wird von der Europäischen Umweltagentur mit „sehr gut“ bewertet. Die Fremdenführer, die dort tagtäglich Scharen von Chinesen und Japanern durch den malerischen Ort führen, sollen ebenfalls öfter Gläser demonstrativ in den See tauchen, um daraus zu trinken, was bei ihren Zuschauern aus Fernost die Wirkung nicht verfehlt.

Schwimmvergnügen für Groß und Klein

Das Erstaunen ist jedes Mal groß, zumal sie dabei an die Gewässer zu Hause denken dürften. Ein „sehr gut“ gibt es auch für den Mondsee, trotz geringfügiger bakteriologischer Belastung zwischen Plomberg und Scharfling und ein „gut“ heimst auch der Wolfgangsee für seine Wasserqualität ein, was das Plantschen darin keinesfalls beeinträchtigt. Diese Beeinträchtigung wäre auch nicht gegeben, wenn auf dem See – so wie meistens im Frühjahr – Ablagerungen von Blütenstaub schwämmen, die auf den ersten Blick wie Verunreinigungen wirken, aber Teil eines natürlichen Kreislaufes sind.

Baden könnte man trotzdem in dieser Wassermelange, was aber wegen der noch sehr niedrigen Wassertemperatur um diese Jahreszeit nicht praktiziert wird. Im Herbst „verunreinigen“ oft Laub und nach Hochwässern auch Treibholz oder pflanzliches Material die Wasserobefläche vieler Seen, was deren Qualität ebenfalls nicht beeinträchtigt.

Auch in den meisten Fließgewässern und kleineren Badeseen in Oberösterreich kann man – wie aktuelle Untersuchungen der Wasserqualität ergaben – einen ungetrübten Badespaß genießen wie Wasserlandesrat Elmar Podgorschek kürzlich öffentlich versicherte.

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