Mit Zeitungen und Trikotagen fing es an…

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Mit Zeitungen und Trikotagen fing es an…

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In einem kleinen Geschäft an der Ecke Pfarrgasse/Johannisgasse in Wels werden schon seit 133 Jahren Wäsche- und Bekleidungsartikel verkauft. Wie man es schafft, durch verschiedene Epochen hindurch gleichbleibend erfolgreich zu sein, verrät dieser Lokalaugenschein.

Die alteingesessenen Geschäfte, die viele ältere Welser schon seit ihrer Kindheit kennen, sind heute leicht an einer Hand abzuzählen: Das Fotohaus Werkgarner, das Schuhaus Kaltenberger, das Lederwarengeschäft Illenberger, die Buchhandlung Friedhuber, das Sportmodengeschäft Neugebauer, die Konditorei Urbann und das Bekleidungsgeschäft Zocher, vormals als Wirkwaren- und Wäschegeschäft Hauser in der Pfarrgasse jahrzehntelang ein Begriff. Dort hat man bis in die frühen 1950er-Jahre hinein auch noch Zeitungen und Zeitschriften verkauft – eine ungewöhnliche Warenmelange.

„Das war mein Großvater“

Gegründet wurde das Unterwäsche- und Trikotagengeschäft schon 1884 von Josef Hauser, einem Grünburger, der in Wels ansässig und ein erfolgreicher Geschäftsmann wurde. „Das war mein Großvater“, erläutert Manfred Kajetan Zocher, der heute mit seiner Frau Christa das kleine Bekleidungsgeschäft führt. „Wir sind jetzt ein Vollsortimenter“, betont er, „aber das war nicht immer so.“
Denn erst 1975, als Manfred als junger Mann ins Geschäft kam, das damals noch seine Mutter Lotte Zocher führte, hat man das bis dahin kleinteilige Wäschesortiment mit Damen- und Herrenmode erweitert. „Wir haben uns ständig der Zeit angepasst“,  sagt der gelernte Textilfachmann, „und weil wir klein und wendig waren gibt es uns heute noch.“  Die Hälfte des Umsatzes werde heute mit den Damenmoden gemacht, 40 Prozent erlöse man mit der Herrenmode und zehn Prozent werde mit dem Wolle-Verkauf erzielt. „Mit der Wolle gab es vor zwanzig Jahren einen regelrechten Boom.“

Mit vollem Herzen dabei!

Um die Zukunft des Geschäftes macht sich Manfred Zocher wenig Sorgen, wie er lächelnd anmerkt, und zwar frei nach der Wilhelm-Busch-Erkenntnis: „Denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt…“ Ernsthaft jedoch sagt er, dass er sich mit 67 Jahren immer noch jung und rüstig genug fühle, um noch eine Weile weiterzumachen. „Der Standort passt und ich bin noch mit vollem Herzen dabei.“ Ob eines seiner beiden Kinder, die in akademischen  Berufen erfolgreich tätig sind, den Laden einmal übernehmen werden, wird man sehen.
Das Geschäft könnte vermutlich auch noch weitere Generationen ernähren, „denn wir leben überwiegend von Stammkundschaft,  die noch eine gute Beratung schätzt“, sagt Zocher. „Unsere Kunden kommen nicht nur aus Wels, sondern auch aus dem weiteren Umland.“ Vergrößern werde man sich nicht, beantwortet er eine dementsprechende Frage, weil man auch in Zukunft eher „klein, fein und überschaubar“ bleiben wolle.

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