„Sterbn derfst halt net, Sepp!“

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„Sterbn derfst halt net, Sepp!“

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Heute war es endgültig soweit: Josef Pühringer hat seinem Nachfolger Thomas Stelzer Platz gemacht. In der heute erscheinenden „Wochenblick“-Ausgabe (13/17, 6.4.2017) verabschiedet sich Chefredakteur Kurt Guggenbichler auf sehr persönliche Art und Weise von dem weit über die Parteigrenzen hinaus beliebten und geschätzten Landesvater.

Wenn „der da oben“ einmal sagen sollte, der Sepp habe seine Sache als Landeshauptmann nicht so schlecht gemacht, wolle er schon zufrieden sein, resümierte so oder ähnlich einige Wochen vor seinem Abschied der oberösterreichische Landesvater Josef Pühringer (68). Auf diese Beurteilung seines letzten Chefs wird der Polit-Pensionist Pühringer, so ist ihm zu wünschen, hoffentlich noch sehr lange warten müssen. Doch ohne Lob muss er bis zu seinem Erscheinen vor der Himmelstür nicht leben. Denn dass Pühringer, ein gläubiger Katholik, der während seines Jus-Studiums als Religionslehrer gearbeitet hat, in den Himmel kommt, steht fest.

Eigenständiges Landesvaterprofil entwickelt

Doch schon jetzt wird ihm, wenn auch noch nicht von Gott, aber doch von bedeutenden Zeitgenossen bescheinigt, dass Pühringer seine Sache im Großen und Ganzen doch recht gut gemacht hätte. Es hat nicht lange gedauert, bis er sich als junger LH von seinem Mentor, dem nicht minder beliebten Volkstribun Ratzenböck freigehüpft hatte und ein eigenständiges Landesvaterprofil entwickelte. Nicht von ungefähr erzielte er daher bei späteren ÖVP-Obmann-Wahlen im Land  Resultate wie in der DDR: meist an die 100 Prozent der Stimmen.

Das ist schon recht beachtlich für den „Buam eines armen Schneiders aus Traun“ wie „Dr. Joe“ – ein Name, den ihm die ÖVP-Jugend verpasste – oft kokett zu bemerken beliebte. Nicht müde wurde Pühringer auch zu betonen, dass er während seines Jus-Studiums als Bier-Kellner auf dem Welser Volksfest arbeitete, um Geld zu verdienen. Fleißig und ehrgeizig ist er sicher stets gewesen, nicht nur als junger Mann, sondern auch als Landesvater, der an einem Wochenende oft drei und noch mehr Termine erledigte.

Gewaltiges Arbeitspensum mit Handschlag

Dass er in seiner 22-jährigen Amtszeit ein gewaltiges Arbeitspensum absolvierte, ist unbestritten wie auch die Tatsache, dass er bei den meisten Terminen alle Anwesenden mit Handschlag begrüßte.
Für einen umtriebigen LH ist es auch unvermeidbar, dass bei seinen Reisen im In- und Ausland kleinere Missgeschicke  passieren wie ich als journalistischer Begleiter bei „Ausritten“ mit ihm nach Brüssel, Ungarn und Israel miterlebte. So wurde er auf der Bahnhofstoilette von Rottenegg einmal vorübergehend von der Klofrau eingesperrt.

Im Ruhestand Bersteigen und Radfahren

Ob auch sein Ruhestand so aufregend wird? Durchaus möglich, denn wenn er verwirklicht, was er sich vorgenommen hat, ist das Loch, in das er eventuell noch fallen könnte, eine Wegspalte, da Pühringer das Wandern und Bergsteigen intensivieren möchte wie er durchblicken ließ, ebenso auch das Radfahren und Saunieren – es winkt ein gesünderes Leben!
Bei einer 105-jährigen Frau, der der Sepp als 48-jähriger Landesvater einmal zum Geburtstag gratulierte, hatte er sich erkundigt, was er tun müsse, um ihr Alter zu erreichen. Der Ratschlag der befragten Dame lautete: „Sterbn derfst halt net, Sepp!“

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