Schellmann: Das Ende einer Ära

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Schellmann: Das Ende einer Ära

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Dieser Mann ließ keinen kalt – Hermann Schellmann: Unternehmer, Fußballpräsident, Tribun, Alleinherrscher, Macher, geliebt, umstritten…

Kurzum – bereits zu Lebzeiten eine Legende. Jetzt tritt der Präsident des FC Blau-Weiß Linz nach 20 Jahren ab, er will aber weiter treu ins Linzer Stadion pilgern. Ein Rückblick über eine sehr bewegte Zeit.

Tage sind gezählt

Mai 1997: Die Tage des FC Linz sind gezählt. Nach der letzten Runde der Bundesliga hört der 1946 als SK VOEST LINZ gegründete Fußballverein zu existieren auf, in Linz gibt es fortan mit dem LASK nur mehr einen überregional bedeutenden Klub.

Den Fans blutet das Herz – auch der Spediteur Hermann Schellmann ist einer dieser Anhänger, gemeinsam mit einigen anderen Linzern nimmt er das blau-weiße Herz in die Hand und wagt in der damaligen Landesliga einen Neustart.

Wieder (fast) ganz oben

Geplantes Budget: 131.000 Euro. Der Drahtseilakt gelang, heute spielt der Verein mit dem etwa 20-fachen Budget wieder (fast) ganz oben. Das Bestehen des neuen FC Blau-Weiß Linz jährt sich heuer zum 20. Mal – Zeit für den Gründer und „Urvater” des Linzer Klubs, das Zepter in neue Hände zu legen und abzutreten.
Hermann Schellmann war als Präsident kein einfacher Mann.

Widerspruch duldete er nicht, im Vorstand waren meist nur „Abnicker” willkommen, seine Sparmaßnahmen reichten von kopiertem Briefpapier bis hin zu Dauerkarten, die er mit dem Firmenkopierer vervielfältigte und manchmal gar eigenhändig laminierte.

Geschäftsmann der alten Schule

Irgendwie auch verständlich, denn Schellmann haftete persönlich für das immer größer werdende Budget, das für die neue Saison bereits über zwei Millionen Euro beträgt.

Schellmann war und ist ein Geschäftsmann der alten Schule, für ihn war stets nur Bares Wahres, die Vereinskassa bestand aus einer Weihnachtskeksdose, in der Scheine und Münzen herumkollerten.

Auch der Kartenvorverkauf wurde stets „via Keksdose” abgewickelt…
Nicht minder legendär das Ausverhandeln von Vertragsverlängerungen, wenn Schellmann sich wie ein Lausbub freute, dass er dem einen oder anderen Spieler beim Monatsfixum „noch 50 Schilling obagriss‘n” hat.

Aufgeschoben

Was viele Fans dem Präsidenten trotz seiner großartigen Leistungen ankreiden: In 20 Jahren gelang es nicht, eine ordentliche Heimstätte zu schaffen. Das Donauparkstadion sieht heute noch genau so aus wie vor 20 Jahren – und das war bereits damals baufällig.

Auch die Schaffung echter Vereinsstrukturen wurde alle Jahre wieder auf die nächste Saison verschoben. Schellmann konnte einfach nicht über seinen Schatten springen.

Dennoch gelang der zweimalige Aufstieg in die Erste Liga, in der letzten Saison wurde mit dem nicht mehr erwartbaren Klassenerhalt ein Fundament für die weitere Aufwärtsentwicklung des Traditionsvereins gelegt. Danke Hermann Schellmann, es hat uns sehr gefreut.

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