Traditionsklub wird von der Stadt Traun wild geschnitten

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Sechs Punkte binnen vier Tagen – Haka Traun startete ausgerechnet zu Christi Himmelfahrt den Höhenflug und träumte nun vom Aufstieg in die Landesliga. Am Samstag (17:00 Uhr) kam es zum großen Showdown, der Tabellenführer traf in der Bezirksliga Ost zuhause auf Verfolger St. Ulrich.

Der „Wochenblick“ bat Haka-Küchen-Chef und Traun-Obmann Gerhard Hackl nach dem vorherigen 1:0 gegen Wolfern zum Interview.

Saisonziel

Wochenblick: In zehn Frühjahrsspielen kassierte Keeper und Kapitän Markus Asböck nur drei Gegentreffer. Die Mannschaft führt die Frühjahrstabelle klar an. Perfekt, oder?

Gerhard Hackl: Ohne Zweifel, obwohl ich in der Winterpause den Aufstieg bereits abgeschrieben habe, konnten sich die Jungs großartig zurück kämpfen, zeigten vor allem auswärts tolle Spiele. Ein Verdienst von Trainer Bors, aber auch vom Nachwuchs­chef Lukas Moser und Sportdirektor Mario Mühlbauer.

Sollte der Aufstieg gelingen – wäre die Landesliga vorerst dann die Endstation?

Ja, aus mehreren Gründen: Wir haben hier mit Magdalena und Admira attraktive Gegner. Außerdem ist unser Team zu jung für höhere Aufgaben. Und auch das Budget reicht nicht für die OÖ-Liga.

Keinerlei Unterstütz­ung seitens der Stadtpolitik

Apropos Budget: Der Verein stand vor drei Jahren vor dem kompletten Aus, war hoch verschuldet. Wie ist jetzt die Situation?

Wir haben es geschafft, dass wir auf gesunden Beinen stehen, obwohl wir wesentlich mehr im Auge haben. Pläne wie eine starke Trauner Mannschaft, die aus allen Trauner Klubs formiert wird, sind leider gescheitert. So müssen wir selbst über die Runden kommen. Leider nur mit einem einzigen Sportplatz. Wir wollten einen Hartplatz dazubauen, da gab es grünes Licht vom Land, aber keinerlei Unterstütz­ung seitens der Stadtpolitik.

Woran liegt das?

Weil die Stadt uns ignoriert. Wir müssen froh sein, dass sie uns keine Prügel vor die Beine werfen. Die wissen gar nicht, was wir hier leisten. Unser Platz liegt zwischen zwei Schulen. Im Rahmen der täglichen Turnstunde hätten sie hier trainieren können – aber leider gab es nicht einmal ein Nein dazu. Traun ist auf Tauchstation, wir sind das ungeliebte Kind.

Dabei ist Haka Traun für sein „soziales Gewissen” bekannt.

Wir wollen aus jungen Menschen, reife, gebildete Leute mit gutem Benehmen formen. Vom Teamspieler am Platz, zum Teamplayer im Job – das ist unser Credo. Aber leider stehen wir da alleine da, verlieren jährlich 40.000 Euro, weil wir auf unserem Platz spielen müssen und nicht mit Förderungen im Stadion.

Wirtesterben

Sie klingen sehr verärgert – ist ein Umzug von Haka Traun in eine andere Gemeinde denkbar?

Warum nicht – Haka Küchen gibt es österreichweit. Ich bin an keine Grenzen gebunden. In den USA ziehen Klubs von der Ost- an die Westküste über 5.000 und mehr Kilometer. Warum soll das nicht im kleinen Österreich gehen. Franz Grad wechselte mit Pasching auch nach Klagenfurt…

Apropos Grad: Er will in der selben Stadt etwas bewegen wie Sie, allerdings mit dem Trauner „Vorstadtklub” Oedt. Es heißt, er peilt sogar die Erste Liga an. Wie stehen Sie dazu?

Wenn er etwas für den Fußball tut, ist das toll. In Zukunft wird es Vereine nur noch über größere Finanziers geben. Anders ist das auch aus Haftungsgründen nicht mehr machbar. Schlecht finde ich nur, wenn Vereine mit Steuergeldern subventioniert überleben und im eigenen Klubheim errichten diese dann keine Buffets, sondern echte Gaststätten, die am Fiskus vorbei arbeiten. Damit sorgen sie für ein Wirtesterben. Das ist bedenklich.

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