Leerflächen am Urfahraner Markt

Leerflächen am Urfahraner Markt

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In sein bereits 199. Jahr geht der Urfahraner Jahrmarkt, der noch bis zum 8. Mai 2016 läuft. Im Vorfeld wurde da und dort auch Kritik laut: Ein in die Jahre gekommener Branchenmix und das Fehlen von Neuerungen lauten die Hauptvorwürfe. Skurril: Obwohl angeblich viele Aussteller abgewiesen werden mussten, steht in zentraler Lage eine knapp 1.200 Quadratmeter große Fläche bereits zum dritten Mal leer. Der “Wochenblick” hat nachgefragt.

Leerflächen am Urfahraner Markt 2

Foto: www.urfahranermarkt.at
Übersichtsplan des Urfahraner Jahrmarktes. Die schraffierte, etwa 1200m² große Fläche bleibt auch heuer wieder unvermietet.

40 Schausteller mussten heuer am Urfahraner Jahrmarkt aus Platzmangel abgewiesen werden, so die offizielle Info der Stadt Linz. Trotz dieses enormen Andrangs bleibt jene Fläche, auf der einige Jahre das „LINZ.Verändert“-Zelt stand, auch heuer wieder leer. Dabei wäre hier locker für ein großes Fahrgeschäft oder ein ganzes Festzelt Platz.

„Hier war ein neues Projekt geplant, es wurde aber kurzfristig abgesagt“, heißt es dazu seitens der Stadt Linz. Seltsam: Bei einer gleichlautenden Presseanfrage kurz vor dem Herbst-Jahrmarkt im September 2015, wo die Fläche ebenfalls leer stand, erhielten wir fast dieselbe Erklärung: „Es gab die Zusage eines großen Fahrgeschäfts, der Betreiber hat aber zwei bis drei Tage vor Marktbeginn abgesagt”, meinte Barbara Kovsca-Sagmeister, Geschäftsführerin der ARGE Urfahranermarkt damals. Warum man keinen Ersatz gefunden habe, erklärte Kovsca-Sagmeister 2015 mit „Zeitnot”.

Kritik an den Preisen

5,20 Euro kostet die halbe Bier heuer im Festzelt – mehr als in fast jedem Linzer Gastronomiebetrieb – und auch teurer als am Münchener Oktoberfest– dort kostet eine Maß in den großen Festzelten 10,20 Euro. Viele wollen oder können sich das Vergnügen eines Jahrmarktbesuches da oft nicht mehr leisten. Seit 2012 stiegen die Preise um 14 (Bier) bzw. 34 Prozent (Bratwürstl).
Am Urfahraner Jahrmarkt gibt es nur einen Festwirt und dadurch auch keinerlei Wettbewerb. Warum kein zweites Festzelt mit einem anderen Betreiber? „Wir glauben, dass der Jahrmarkt in der aktuellen Konstellation nur einen Festwirt verträgt”, meint Kovsca-Sagmeister. Schwer zu verstehen – bei ca. 500.000 Besuchern. Eine Monopolstellung oder besondere Abmachungen gäbe es aber keine: „Wir haben auch bei der Preisgestaltung keinerlei Mitspracherecht.”

Branchenmix

Für Unmut sorgt mancherorts auch der Branchenmix: Braucht es wirklich Sockenstandln, die immer wieder gleichen Mode-Ramschbuden mit gefälschten Markenshirts – und sogar ein Zelt, in dem Messer aller Art (!) angeboten werden? Warum stets dieselben Marktbeschicker auf ihren Dauerkarten sitzen, erklärt Kovsca-Sagmeister so: „Wir haben ein Gremium aus mehreren Personen, das sich genau anschaut, was zum Markt passt, was sich bewährt hat, wer sich im Vorjahr ordentlich verhalten hat und wer pünktlich zahlt.”

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