Vorn dabei statt nur dabei! – Interview mit Thomas Springer

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Vorn dabei statt nur dabei! – Interview mit Thomas Springer

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Mit einem Kraftakt sicherte sich der Linzer Triathlet Thomas Springer noch ein Ticket im Olympia-Flieger nach Rio. Bei den Weltcup-Rennen in Australien, Mexiko, Japan und China sammelte er dafür die nötigen Weltranglistenpunkte. Wir plauderten mit dem gebürtigen Hallenser vor dem Rennen seines Lebens.

Thomas Springer – vor einiger Zeit verwechselten viele noch die Begriffe Biathlon und Triathlon. Wirst Du auch heute noch gefragt, was „Triathlon“ überhaupt ist?
Vor einigen Jahren musste ich tatsächlich den Begriff Triathlon immer wieder erklären. Mittlerweile ist das anders. Es ist unglaublich, wie viel sich verändert hat. Beinahe jeder Wettkampf ist nun ausgebucht. Logisch: Triathlon vereint die Breitensportarten Schwimmen, Radfahren und Laufen.

Du bist im letzten Anlauf auf den Zug nach Rio gesprungen…
Schon als Kind habe ich davon geträumt, einmal an den Spielen teilzunehmen. Die Olympiaqualifikation ist für mich einmal mehr der unglaubliche Beweis, dass im Sport alles möglich ist. Für Olympia bin ich volles Risiko gegangen: Ich habe acht Weltcup- beziehungsweise WM-Serien-Rennen in zwei Monaten auf vier Kontinenten absolviert, um die Qualifikation noch möglich zu machen. Dabei konnte ich mehrere Top-10-Ergebnisse erzielen. Ich war einmal sieben Sekunden am Podium dran. Das Ziel war die Olympiaquali – das habe ich erreicht!

Im Triathlonsport ist alles möglich. Ein verpatzter Wechsel und man verliert den Anschluss. Deine Erwartungen?
Ich glaube, vieles ist möglich. „Dabei sein ist alles“ ist definitiv nicht mein Rio-Motto! Ich möchte die beste Platzierung, die bisher ein männlicher österreichischer Triathlet bei den Olympischen Spielen geholt hat. Diese liegt derzeit bei Platz 29. Ich will in die Top 15.

Hast Du Dir schon eine spezielle Taktik zurecht gelegt – oder gibt es bei Olympia nur die Devise „Pokal oder Spital“?
Es sind die 55 weltbesten Athleten am Start. Es wird der härteste Triathlon meiner Karriere. Vom Start weg wird über zwei Stunden Vollgas gegeben. Das bedeutet Schmerzen, Anstrengungen, aber auch Taktik und Konzentration.

Du startest auf der olympischen Distanz. Ist der legendäre „Ironman“ eigentlich auch mal ein Thema für Dich?
Ich gehe davon aus, dass Olympia 2016 nicht meine letzten Spiele sind. Ich werde natürlich immer wieder auf einen Wechsel angesprochen, aber im Moment reizt mich die Schnelligkeit. Ich habe aufgrund eines Oberschenkelhalsbruchs und einer dreijährigen Pause nicht das Trainingsalter anderer. Geduld und Bescheidenheit – alles hat seine Zeit und so sehe ich es auch mit dem Ironman.

Was hat Dich als gebürtigen Deutschen nach Linz verschlagen – und 2010 dann zur Annahme unserer Staatsbürgerschaft?
Vor acht Jahren änderte ein Trainingslager in Österreich alles: Ich lernte die Liebe meines Lebens kennen und zog hierher. Und ein Hauch meiner alten Heimatstadt Halle an der Saale ist nach wie vor präsent – als Partnerstadt von Linz. Ich bin quasi ein Beispiel für eine gelungene Städtepartnerschaft…

Und was machst Du, wenn Du nicht trainierst?
Kein Training – so etwas gibt es schon lange nicht mehr bei mir. Ich habe eine Sieben-Tage-Woche mit einem Wochenumfang von 35 Stunden. Ein „Ruhetag“, das bedeutet nur zwei statt vier Einheiten pro Woche. Hobbys? Klar gibt es die: Barista mit meiner Siebträgermaschine, Backen, auf die Berge gehen und dabei so viel Zeit wie möglich mit meiner Freundin verbringen.

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