Weil er die Polizei verteidigte: „Hätte vor dem Richter landen können“

Tobenden Iraner gebändigt

Weil er die Polizei verteidigte: „Hätte vor dem Richter landen können“

[responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Vorlesen"]

Die Fälle von Zivilcourage mehren sich. Vor allem jene, bei denen engagierte Bürger Polizisten zu Hilfe kommen, die mit der Situation offensichtlich überfordert sind. Eigentlich unglaublich, was Cihan Alkan (41) uns in der Linzer Remembar bei einem Eistee erzählt.

Ein Beitrag von Georg M. Hofbauer

Es war ein riesiger Stau an jenem Freitag in der Linzer Dametzstraße. Tumult, Funkgeräte der Polizisten fliegen durch die Luft. Ein Iraner liefert sich einen regelrechten Kampf mit den beiden Beamten.

Zivilcourage auf offener Straße

Bevor der Mann derart ausrastete, war er mit seinem Auto durch die Innenstadt gerast und dadurch „verhaltensauffällig“ geworden.
Was machen viele Passanten angesichts der unschönen Kampfszenen mitten auf der Dametzstraße in der ehemals verträumten Linzer City? Genau: sie gaffen und filmen mit ihren Handys.

Zu diesem Zeitpunkt fährt Cihan Alkan, bullige 1,90 Meter groß, Security-Chef in der Linzer Remembar mit seinem Motorrad zur Arbeit. Blitzschnell durchschaut er, was hier gerade abläuft, stellt seinen Chopper ab.

Gaffer und Starrer

Er wirft sich auf den Iraner, schnappt seinen Arm und drückt ihn zu Boden. Die Polizisten können ihm Handschellen anlegen und die Beine fixieren.
„Exakt in diesem Moment tauchten von allen Seiten unzählige Polizeiautos auf“, schildert der in Wels geborene Sohn eines Kurden und einer Türkin völlig unaufgeregt.

„Ich habe zwar noch immer starke Schmerzen im Knie, eine schwere Prellung. Aber das spielt keine Rolle. Was auch immer passiert, ich helfe und habe auch gewusst, dass ich ein hohes Risiko eingehe.“ Krankenstand ist für Cihan übrigens kein Thema, eher machte er sich Sorgen, weil er an jenem Freitag zu spät zur Arbeit erschien.

Hilfe für Freund und Helfer

Noch kurz zum Risiko, das der Security-Chef der Remembar eingegangen ist: „Mir war in dieser Situation klar, dass ich vor dem Richter landen kann. Und mich dieser dann fragt, warum ich mich denn hier einmischen musste.

Aber ich wusste, dass die beiden Polizisten die Situation nicht meistern können und womöglich verletzt werden.“
Cihan, der großen Respekt vor Polizisten und deren Arbeit hat, ergänzt: „Sowas kann passieren, wir helfen uns gegenseitig.“ Die beiden Beamten haben sich persönlich und sehr herzlich bei Cihan bedankt.

Dankbarkeit ist selten

Und sonst? Wir nützen die Gelegenheit, um zu erfahren, wie der Security-Boss von bis zu 15 Mitarbeitern, nach 24 Jahren in diesem Job, die aktuelle Situation einschätzt: „Das Wichtigste ist das Beobachten und Kommunizieren. So können wir heikle Situationen entschärfen. Mit Höflichkeit und Respekt geht alles.“

Eine Anmerkung erlaubt sich der äußerst diplomatische Cihan dennoch: „Wenn Fundstücke nach durchfeierten Nächten in der Remembar abgeholt werden, dann wäre hin und wieder ein DANKE nett. Das kommt leider zu selten vor.“

++++
„JOURNALISTEN PACKEN AUS: Warum wir nicht die Wahrheit sagen dürfen“ – das neue Standardwerk zu den dreisten Lügen der Mainstream-Medien. Jetzt bestellen!Anschober unterstützt Gartel-Freunde in ganz OÖ

Weil er die Polizei verteidigte: „Hätte vor dem Richter landen können“ TEILEN
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on telegram
Telegram
Share on reddit
Reddit
Ähnliche Artikel
Schlagwörter
NEWSLETTER

Bleiben Sie immer aktuell mit dem kostenlosen Wochenblick-Newsletter!

Neuste Artikel
vor 8 Stunden, 29 Minuten