Welser Urgestein: „Das Alte muss man erhalten“

Neues Nostalgie-Buch von Rudolf G. Dietl

Welser Urgestein: „Das Alte muss man erhalten“

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„Ich glaube, das ist mein letztes Buch“, sagt der Welser Hobby-Historiker und Autor Rudolf Dietl als er mich mit seinem jüngsten Werk „Erinnerst di nu?“ in seiner Wohnung in der Neustadt zum verabredeten Interview empfängt und mir sein 16. Kompendium in Folge präsentiert.

Ein Bericht von Chefredakteur Kurt Guggenbichler

Der Mann, der vor 85 Jahren in der Maria-Theresia-Straße in Wels geboren wurde, kann natürlich viel über seine Heimatstadt berichten: Beispielsweise über längst verstorbene menschliche Originale, über nicht mehr bestehende Wirtshäuser oder nicht mehr existierende Handwerke bezie­h­ungsweise eingegangene Fabrikations­stätten.

Viel zu gewinnen

In Bildern und eigenen Texten, die sich aus seiner Erinnerung speisen, hält er das Gedenken an die Welser Welt von anno dazumal wach. Zu verdienen ist damit nichts, doch zu gewinnen viel.

„Denn wer die Gegenwart verstehen möchte, muss die Vergangenheit kennen“, weiß Dietl, der aus diesem Grund auch schon seit 1973 Mundartgedichte schreibt und damit auch eine verblassende Sprache und Ausdrucksweise am Leben zu erhalten versucht.

Geistig erhalten

Damals war Dietl noch Prokurist beim Welser Heizölvertrieb, einer Firma, die es nicht mehr gibt. Dreißig Jahre hat er ihr angehört und geschaut, dass die Zahlen stimmen. Als Leiter des Welser Stelzhamerbundes hat er sich später sehr engagiert um den oberösterreichischen Dialekt gekümmert.

„Das Alte muss man wenigstens geistig erhalten“, ist Dietl überzeugt. Deshalb schreibt er in seinem neuen Buch auch von Kredenzen und Musikboxen, von Grammophonen und Hängetelefonen, von Etageren und so genannten Bassenas wie auch von Kofferradios, Milchkannen und vom Tröpferlbad, die Dietl in seinem Druckwerk für die Nachwelt gedanklich und vor allem bildlich aufbewahrt.

„Das alles ist Heimat“, betont Dietl, „deshalb ist die Rückbesinnung so überaus wichtig.“ Vor allem in unserer schnelllebigen Zeit, fällt vieles auch schnell dem Vergessen anheim. Dietl sorgt dafür, dass die Welser „z‘ruckschauen“ können, weil er ihnen in mehr als zehn Büchern sehr anschaulich zeigt „wias oamal war“.

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