Am Montag ließ die neue UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet verlautbaren, sie plane ein Team von Beobachtern nach Österreich zu entsenden, um den Schutz von Migranten in unserem Land zu überprüfen.

Ein Kommentar von Chefredakteur Christian Seibert

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Wie kann es sich Bachelet, übrigens zweimalige Präsidentin ihres Heimatlandes Chile, erlauben, ein Überwachungsteam ausgerechnet in eines jener Länder zu schicken, das von der Massenmigration der vergangenen Jahre am stärksten belastet war und Zuwanderer derart human behandelt, wie kaum ein anderes Land auf diesem Planeten?

Auf die oftmals vermisste „Gegenliebe“ durch eben jene Migranten gar nicht eingehend, möchte ich anmerken, dass es genau derartige Aktionen, wie von der Kommissarin sind, die das Vertrauen der Bürger in internationale Institutionen und am Ende des Tages damit auch in die Politik stetig schwinden lassen.

Ich denke, dass sich die Südamerikanerin in ihrer UN-Funktion weniger um die Lage in Österreich kümmern, als vielmehr darauf drängen sollte, Fluchtursachen zu bekämpfen oder auf die faire Verteilung von Flüchtlingen zu achten.

Dazu müsste sie allerdings Druck auf jene Großmächte ausüben, die im UN-Sicherheitsrat sitzen, und ohnehin immer mehr auf die Vereinten Nationen pfeifen. Die Aussichtslosigkeit der Situation erkennend kümmert sich die Chilenin deshalb um das wahre Problem der heutigen Zeit: Wie behandelt Österreich seine Migranten?

Sogar unser sonst so seriöser Kanzler Sebastian Kurz fühlt sich zu einer kleinen Stichelei gegen die UN-Kommissarin genötigt. Die Überprüfung sei eine „Chance, Vorurteile und gezielte Falschinformationen über Österreich richtigzustellen“, so der Kanzler.

Dieser Fall zeigt einmal mehr auf, wie sehr es derartigen Institutionen an Faktenkenntnis mangelt und wie weit sie sich bereits von der Lebenswelt des einfachen Österreichers entfernt haben. Der hätte sich statt der UN-Überprüfung wohl eher ein „Danke“ der Kommissarin für die humanitäre Unterbringung hunderttausender Migranten auf Steuerzahlerkosten gewünscht…