Aus gut informierten Kreisen erhielt der Wochenblick Informationen zu den angeblichen Zuständen innerhalb der österreichischen Polizei. Sollten die Berichte zutreffen, sind die Zustände erschreckend. Ausbildung, Bewaffnung, Schutzausrüstung und Munition wären im Einsatz gegen den Terror völlig mangelhaft. Nicht nur in Wien rückten Beamte mit privaten Ausrüstungsgegenständen und Waffen aus, um die Bevölkerung zu schützen. Die Verantwortung liegt ein weiteres Mal bei ÖVP-Nehammer.

Wir konfrontierten das Innenministerium am vergangenen Mittwoch umgehend mit den Vorwürfen. Dies hatte zwar keine Antwort an unser Medium zur Folge, sehr schnell kam es aber zu diesbezüglichen Publikationen in etablierten Medien. Diese verfügen entweder über dieselben Informationen wie der Wochenblick oder die ÖVP Kommunikationsmaschinerie wählte wieder einmal den Weg der Flucht nach vorne.

Schutzausrüstung teilweise 30 Jahre alt

Um sich dem Terror entgegenzustellen, ist Schutzausrüstung notwendig, welche auch dem Beschuss durch Langwaffen standhält. Eine solche steht aber nur Sondereinheiten zur Verfügung. Für Streifenwagen aber auch Einsatzeinheiten sind alte Schutzwesten vorgesehen, die größtenteils nur gegen den Beschuss aus Handfeuerwaffen schützen – und selbst das ist fraglich. Manche ausgegebenen Teile sind schon 30 Jahre im Einsatz. Wer sich mit Schutzwesten auskennt, weiß, dass die Hersteller nur in einem gewissen Zeitraum für die Wirkung garantieren. Denn auch dieses Material wird spröde. Die selbe Misere wird von unseren Informanten bei den Schutzhelmen beklagt. Dass speziell Einsatzeinheiten mit uralter Ausrüstung ausrücken müssen, ist beschämend.

Kein Schutz gegen Langwaffen

Tatsächlichen Schutz gegen Langwaffen wie das verwendete Zavasta-Sturmgewehr des Terroristen (ein serbischer AK47-Nachbau) bieten die Schutzwesten der normalen Polizeieinheiten nicht. Einen solchen Schutz kann man durch Einschubplatten gewährleisten. Außer der Sondereinheiten Cobra und Wega soll keine Einheit in Österreich über solche Schutzplatten verfügen. Eine Beschaffung solcher Platten soll nicht einmal geplant sein. Die neuesten Schutzwesten für Streifenwagen sehen nicht einmal einen Einschub für Platten vor.

Munitions- und Ausbildungsmangel

In Polizei-Streifenwagen wären zwar grundsätzlich die vorgeschriebenen Sturmgewehre vorhanden, hier herrsche aber grober Mangel an Munition vor. Geplant wäre, den Polizisten diese Waffen mit je fünf Magazinen zur Verfügung zu stellen. In der Praxis wären es aber bestenfalls zwei. Speziell zu Corona-Zeiten unterbleibt auch meistens die Ausbildung an der Waffe. Während Terroristen sich in ihrer oft staatlich geförderten Arbeitslosigkeit den ganzen Tag mit ihren Waffen vertraut machen können, hätten österreichische Polizeibeamte kaum bis keine Ausbildung am Sturmgewehr – und auch die Trainingszeiten an der Pistole sollen überschaubar sein. Auch im Training käme es oftmals zu Munitionsknappheit, weshalb die möglichen Trainingsschüsse stark limitiert wären.

Private Ausrüstung muss eingesetzt werden

Daraus ergibt sich die spannende Frage, ob der verletzte Polizist in Wien durch den Terroristen an einer Stelle getroffen wurde, welche mit ausreichender und angemessener Schutzausrüstung geschützt werden hätte können. Eine Frage, welche das Innenministerium ebenso wie jene nach den Ausrüstungsmängeln nicht beantworten wollte. Faktum ist inzwischen, dass viele Polizisten mit privater Ausrüstung und privaten Waffen ihren Dienst versehen. Ihnen ist zwar bewusst, dass sie von der Politik bedenkenlos „verheizt“ werden, wem sein Leben lieb ist, der rüstet privat nach. Kenner sehen immer wieder private Schutzwesten und Plattenträger an Polizisten verschiedener Einheiten. Im Kurier wurde aufgedeckt, dass bei der Bekämpfung des Terrors in Wien auch private Sturmgewehre der Beamten zum Einsatz kamen – die allerdings auf Einzelschuss limitiert sind.

Nur Herbert Kickl sorgte sich Sicherheit der Beamten

Faktum ist auch, dass der letzte Innenminister, der sich tatkräftig für bessere Schutzausrüstung der Polizisten in Österreich einsetzte der von linker und ÖVP-Seite viel geschmähte Herbert Kickl (FPÖ) war. Ohne ihn hätten viele Beamte bis heute nicht einmal eine einfache Schutzweste. Die SPÖ-Gewerkschaft hatte damit damals ein Problem. Auch sinnvolle Munitionsbeschaffungen fanden zuletzt unter Kickl statt. Dieser interessierte sich offenbar wirklich für die Sicherheit jener, die ihr Leben für die Bürger einsetzen und nicht nur für die Selbstdarstellung in Pressekonferenzen.