Öffentlich-rechtliche Sender haben den Musikantenstadl „ermordet“

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Auf Zeltfesten lebt „die Volkstümliche“ weiter

Öffentlich-rechtliche Sender haben den Musikantenstadl „ermordet“

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„Auch wenn sie im Radio kaum noch zu hören ist, die volkstümliche Schlagermusik ist nicht tot“, wie „Steirermen“-Komponistin Hanneliese Kreissl-Wurth betont. Denn für Zeltfeste sei die Nachfrage nach wie vor groß und dort werden diese Klänge auch noch gern gespielt und gehört.

Ein Porträt von Kurt Guggenbichler

Nur noch moderne Schlager in Medien

„Seit der Ermordung des Musikantenstadls durch die öffentlich-rechtlichen Sender werden via Rundfunk und Fernsehen nur noch moderne Schlager a la Helene Fischer oder Andrea Berg zu Gehör gebracht“, bedauert die oberösterreichische Schlagerkomponistin Hanneliese Kreissl-Wurth die Verdrängung des volkstümlichen Liedgutes hin zu Zeltfesten und Jahrmärkten.

Denn dort hätten die volkstümlichen Schlager bis heute fulminant überlebt. Ihre große Zeit hatten sie in den Jahren von 1960 bis etwa 1990 gehabt und „der volkstümliche Schlager wird auch nicht tot zu kriegen sein“, ist die Tonsetzerin und Textautorin überzeugt: „Stimmungslieder a la Stoakogler oder Alpenrebellen will die nach wie vor existierende, starke Fangemeinde des volkstümlichen Liedgutes nämlich immer noch hören.“ Diese Tatsache werde auch von den CD-Verkäufen der Gruppen bestätigt.

Image-Wechsel

Dass sich manche dieser vormals urigen Gruppen – Beispiel das Nockalm-Quintett – ab den 1990er-Jahren mehr dem Schlager zugewendet haben, sei Schuld der öffentlich-rechtlichen Rundfunkredakteure gewesen, erläutert Hanneliese Kreissl-Wurth. „Sie hätten den bis dahin volkstümlich musizierenden Gruppen eingeredet, dass sie mit gefälligen Schlagerliedchen größere Chancen hätten, im Rundfunk gespielt zu werden als mit ihren volksmusikalischen Liedern, worauf manche sofort ihr Bühnenoutfit und Repertoire wechselten, um nun als Pop- oder Schlagerstars durchzustarten und Karriere zu machen.

Musikanten wie die „Kastelruther“ waren plötzlich stolz darauf, „Bee Gees der Alpen“ genannt zu werden und auch die „Schürzenjäger“ bildeten sich auf die Bezeichnung „Rolling Stones der Berge“ eine ganze Menge ein.

Im Reservat

„Die wurden auch zu Medien- und Publikumslieblingen, der Rest der urigen Volksmusikanten, die den Wechsel nicht mitmachen konnten, verschwanden oft in der Versenkung der ländlichen Zeltfestlandschaften und Jahrmärkten“, erzählt Kreissl-Wurth. Manche haben dann aufgegeben, andere aber haben weitergemacht und bis heute eigentlich gar nicht so schlecht überlebt. Eine Renaissance des Genres sei denkbar…

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