Australien-Bericht des ORF löst heftigen Shitstorm aus

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Nach dem Vorschlag von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP), sich an der australischen Einwanderungspolitik zu orientieren, reagieren viele etablierte Medien empört. Im „Zeit im Bild“-Magazin des ORF vom Montagabend wurden sogar schwere Vorwürfe gegen Australien erhoben.

Besonders pikant dabei: Als einziger interviewter Experte spricht Amnesty International Österreich-Chef Heinz Patzelt von „Brutalo-Abschreckung“ und „Märchengeschichten“ der australischen Regierung. Die seit September 2013 laufende Operation „Souveräne Grenzen“ werde langfristig Flüchtlinge nicht aufhalten, sich auf den Weg nach Australien zu begeben. Doch wesentliche Fakten, die in der Diskussion um die aktuelle Asyl-Politik des Landes eine entscheidende Rolle spielen, werden in dem ORF-Beitrag verschwiegen…

Quasi keine Ertrunkenen mehr durch australische Politik

So fehlt nicht nur der Hinweis, dass durch die Maßnahmen Australiens keine Bootsflüchtlinge mehr auf dem Seeweg nach „Down Under“ ertrinken. Die Zahl der illegalen Einwanderer konnte seit 2013 schrittweise auf null gesenkt werden. Patzelt erklärt – wieder ohne korrigierende Worte – dass quasi kein Flüchtling australischen Boden betrete. „Was verschwiegen wurde, ist, dass Australien in den letzten Monaten Zehntausende Menschen freiwillig mittels Resettlement-Programmen aufgenommen hat“, betonte Außenminister Kurz am Montag. Das renommierte US-amerikanische Onlinemagazin Raw Story berichtete 2014, dass die australische Regierung dagegen einem illegalen Einwander sogar bis zu 10.000 australische Dollar (rund 6.500 Euro) anbiete, wenn dieser in sein Heimatland zurückkehrt.

„Öffnet eure Augen, Leute“

Auf Facebook reagieren viele Nutzer empört auf den Video-Beitrag auf der „Zeit im Bild“-Seite. Das Video wurde fast 400mal geteilt. „Ich dachte kurz, ich hörte nicht richtig: also angeblich betritt in Australien kein Flüchtling den Boden? Schon seltsam das zu hören, wenn man als Österreicherin hier lebt und einen Mann hat der Flüchtlinge in der Schule unterrichtet“, schreibt eine Kommentatorin unter das reichlich Wirbel verursachende Video. Ein anderer Nutzer bemerkt zornig: „Mich kotzt eure subjektive Berichterstattung regelrecht an. Ihr seht diesen Vorschlag und denkt euch, warum fragen wir nicht einmal Amnesty International was die davon halten, ohne die konkrete Meinung der australischen Regierung einzuholen.“

Andere Kommentatoren kritisieren, dass es im Bericht heiße, der Inselstaat Papua-Neuguinea lebe quasi nur von der australischen Finanzierung der dortigen Asyl-Auffanglager. Dabei lasse sich durch einfache Google-Recherche feststellen, dass Papua-Neuguinea seit 2004 über ein hohes Wirtschaftswachstum verfüge und zahlreiche Bodenschätze exportiere. „Noch mehr Propaganda… Öffnet eure Augen, Leute“, bemerkt ein englischsprachiger Nutzer zu dem scharf kritisierten Video.

Hier geht es zu dem umstrittenen Video.

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