Die Familie, die sie meinen: Ex-Finanzminister Blümel wird zum Chef-Spekulanten

Er folgt seinem ÖVP-Intimus Kurz in die globale Finanzwelt

Die Familie, die sie meinen: Ex-Finanzminister Blümel wird zum Chef-Spekulanten

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Nur kurz nach Ex-Sonnenkanzler Sebastian Kurz (ÖVP) nahm auch sein Intimus Gernot Blümel seinen Hut als Finanzminister. Beide beriefen sich darauf, mehr Zeit mit der Familie verbringen zu wollen. Viele vermuteten bereits damals, dass das nicht stimmt und unterstellten, dass die Ermittlungen gegen die beiden Ex-Spitzenpolitiker der wahre Stein des Anstoßes waren. Nur einen Monat später steht fest: Beide heuern bei Investment-Riesen an und werden dabei die Welt bereisen, anstatt zuhause bei ihren Frauen und Babys zu sein. So wird Blümel demnächst als CEO für die “Superfund” Gruppe agieren. Diese stand aufgrund ihrer Praktiken öfters selbst im Fokus öffentlicher Kritik – und beschäftigt nun einen Ex-Politiker, der unter Korruptionsverdacht steht.

Blümel heuert bei umstrittener Investmentfirma an

Bereits ab März soll Blümel für die Gruppe tätig sein, die in den 90er-Jahren vom Wiener Christian Baha gegründet wurde und mit vollautomatisierten Computer-Handelssystemen arbeitet. Diese sind darauf angelegt, Hedgefonds für “Privatanleger” zugänglich zu machen. Investoren sollen dabei von der Spekulation auf steigende und fallenden Kurse gleichermaßen profitieren. Gehandelt auf regulierten Märkten. Laut einer Aussendung pendelt Blümel künftig zwischen Wien, Tokio, Hongkong, New York, Vaduz und Zürich.

Mit der vermeintlichen Familienzeit wird es also eher schlecht ausschauen. Aber der Ex-Finanzminister freut sich “mit engagierten Menschen rund um den Globus zusammenarbeiten” und die “Erfolgsgeschichte einer “bekannten Marke in der globalen Finanzwelt” fortzuschreiben. Baha wiederum freut sich dass man mit Blümel einen “CEO, der in der internationalen Finanzwelt exzellent vernetzt ist”, an Land ziehen konnte. Unumstritten ist der neue Arbeitgeber aber nicht: Vor Jahren sorgte für Kritik, dass die Firma auch Kleinanlegern in medialen Inseraten das Blaue vom Himmel versprach.

Die Familie, die sie meinen: Firmengründer pflegte Kontakt zu ÖBAG-Schmid

Tatsächlich würden diese für die Investoren aber erst bei 12 Prozent Zuwachs pro Jahr etwas abwerfen. Firmengründer Baha, der sich selbst damit brüstet, quasi vom Gemeindebau zum Millionär – und zeitweise auch Sport-Mäzen – aufgestiegen zu sein, stellte dies in Abrede. Immerhin bräuchten solche “Managed Futures” besonderes Know-How und das habe eben seinen Preis. Baha behauptete einst auch, dass Hedgefonds “zu klein” seien, um weltweite Rohstoffpreise zu beeinflussen. Experten verwiesen damals als Gegenbeispiel etwa auf die Rolle von US-Börsenspekulant George Soros und seine Wette gegen das britische Pfund im Jahr 1992.

Die Familie, die sie meinen: Unter der türkisen ÖVP-Führung durch Kurz und Blümel erlebte der ÖVP-“Familien”-Begriff eine Abkehr von der traditionellen Vater-Mutter-Kind Definition, die man der konservativen Partei zurechnen könnte. So erklärte Blümel in den aufsehenerregenden Chats mit dem Ex-Generalsekretär des Finanzministeriums Thomas Schmid (der später – mutmaßlich aufgrund türkiser Korruption – zum ÖBAG-Alleinvorstand avancierte) bereits 2017: “Du bist Familie”.

Baha wiederum soll Medienberichten zufolge regen Kontakt ins Finanzministeriums gepflegt haben. Im Oktober 2018, also bevor Thomas Schmid mutmaßlich per Postenschacher zum ÖBAG-Chef bestellt wurde, schrieb Baha an Schmid: Bald bist der höchste Capitän bei der ÖBIB. Wie wärs im Jänner nach LA oder Palo Alto?” Darauf schrieb Schmid: “Klingt wie ein genialer Traum.” Zur Erklärung: In Palo Alto im Silicon Valley befinden sich wichtige BigTech-Firmen und Risikokapital-Unternehmen. Damals firmierte auch Peter Thiels Imperium noch dort.

Blümel und Kurz: Im globalen Risikokapital vereint

Das ist nicht zuletzt deshalb eine mögliche pikante Querverbindung, weil es sich bei Thiel um den neuen Chef von Sebastian Kurz handelt. Der Ex-Kanzler soll dort künftig als “Global Strategist” fungieren und zwischen San Francisco und Österreich pendeln. Auch diese Tätigkeit scheint sich mit “Familienzeit” nur im übertragenen Sinne in Einklang bringen zu lassen. Nebenbei soll Kurz noch gemeinsam mit dem britischen Ex-Premier Tony Blair eine NGO gegen Antisemitismus führen. Blair tauchte selbst in den Pandora Papers als Aktionär, Begünstigter oder Direktor von Offshore-Gesellschaften negativ auf.

In Kurz’ Fall konzentrierten sich die Mainstream-Analysten hauptsächlich auf dessen konservative politische Ausrichtung, weil er auch Trump unterstützte. So fiel aber kaum ein Schlaglicht auf dessen Investments im Technologiesektor, etwa als jener Investor, der den Aufstieg von Facebook früh begünstigte. Thiel gilt als Fan von wirtschaftlichen Monopolen, ist damit mittelbar Begünstiger der globalistischen Zensur-Maschinerie. Dass Kurz diesen Karriereweg einschlagen würde, ahnte die stellvertretende Wochenblick-Chefredakteurin Bernadette Conrads bereits im Oktober voraus:

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