Ein Jahr als „Menschenfänger“ im Vier-Viertel-Land auf Spurensuche

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Neues OÖ-Buch von Angelika und Michael Horowitz

Ein Jahr als „Menschenfänger“ im Vier-Viertel-Land auf Spurensuche

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Heimaturlaub steht heuer hoch im Kurs. Da kommt der eben erschienene, gedruckte Appetitanreger „Original Oberösterreich“ gerade zur rechten Zeit, um vielleicht noch weitere Menschen zum Ferienmachen im Bundesland zwischen Inn und Enns zu verführen. Der Verführer wurde kürzlich im Landhaus präsentiert.

von Kurt Guggenbichler

Wo Original drauf steht, sollte auch Original drinnen sein. Das ist nicht immer bei allen Produkten der Fall, wie man weiß, doch auf diesen „Reiseführer“ trifft es zu 100 Prozent zu.

Dass es jetzt „passend zum schönen Land auch ein schönes Buch“ gibt, freut Landeshauptmann Thomas Stelzer, der deswegen auch auf einen verstärkten Besuch in unseren Breiten hofft.

„Wie aber unterscheidet sich nun dieses Wunderwerk von anderen Oberösterreich-Büchern?“, frage ich den Fotografen und Journalisten Michael Horowitz, der viele Bilder dafür geliefert hat.

Zweite Heimat am Irrsee

Er muss nicht lange nachdenken. „Wir haben bei unserer Recherche weniger nach den Gesichtern dieser großartigen Landschaft bei euch gesucht“, erläutert er, „als vielmehr nach den Menschen, den Originalen, dem Originellen“, von denen dieses Land auch geprägt sei.

Die Oberösterreicher sind Stelzers Worten zufolge „freundliche Menschen, die neugierig auf das Leben sind, die Neues ausprobieren, aber auch das Traditionelle erhalten und weiterentwickeln.“

Es ist ein Land der authentischen Handwerker, ein Land mit begnadeten Köchen, Fischern, Wirten, Schneidern, Schuh-, Most-, Hut-, Schokoladen-, Porzellan- und Instrumentenmachern … So empfindet es auch die Autorin Angelika Horowitz, die mit ihrem Mann in Oberösterreich auf eine einjährige Spurensuche ging.

Sie ist in der Steiermark geboren, mit ihrem Michael in Wien beheimatet, aber der Irrsee ist den beiden schon längst zu einer zweiten Heimat geworden. Wie ihre prominenten Wiener Freunde und Bekannten, darunter auch Otto Schenk, haben sich die Horowitz‘ schon beizeiten an diesem See eingefunden, über den sie in den höchsten Tönen schwärmen: „Samten, still und schön fängt er uns ein.“

Von dort aus sind sie auch ausgeschwärmt, um „die Vielfalt und Schönheit unserer vier Landesviertel einzufangen“ und in Miniaturen widerzuspiegeln.

Als Bub mit Oma zur Kur in Ischl

Zufällige Begegnungen, so erzählen die beiden Spurensucher, hätten sie „vom bewegten Kulturleben der Landeshauptstadt in die Stille des ehemaligen Weberlandes geführt, ins Mühlviertel, aber auch quer durch das Inn- und das Traunviertel und hinein in die „Landschaft der Landschaften“ wie Hugo von Hofmannsthal das Salzkammergut beschreibt.

Zum Salzkammergut hatte Michael Horowitz schon von klein auf einen Draht, weil er die Oma in den 1960er-Jahren zur Kur nach Bad Ischl begleiten durfte – oder musste. „Von dort aus bin ich dann als zehnjähriger Bub viele Male mit dem Rad durchs Weißenbachtal zu meinem Freund nach Steinbach am Attersee gefahren und wieder nach Bad Ischl zurück“, schwelgt er in meinem Beisein in der Erinnerung und erklärt mir damit, wie seine Affinität zu Oberösterreich entstand: „Ein wunderbares Land.“

In dem ließ er sich mit seiner Frau auch gern ein wenig treiben, nicht nur für ihr Buch. Das Mühlviertel scheint es Michael Horowitz besonders angetan zu haben. Der Mann, der einst das „Kurier“-Magazin gestaltete und wohl auch die Welt bereiste, hat sich in den Herrgottswinkel nördlich der Donau regelrecht verliebt.

Wunderbares Mühlviertel

Dort würde er leben wollen, könnte er einmal nicht mehr am Irrsee sein, gestand er mir auf meine Frage nach einer Wohnalternative. Sein Lieblingsort wäre Haslach an der Mühl. „Schade, dass es dort nicht mehr so eine florierende Textilproduktion wie früher gibt“, bedauert Horowitz, der in dieser Region, die für ihn einer Art österreichische Provence ist, sehr interessante Leute getroffen hat.

„Hier leben viele kreative Menschen“, ist er sich mit seiner Frau einig und hat dabei alle Viertel des Landes im Auge. Horowitz verweist auf Schweibern im Gemeindegebiet von Oberwang, wo er und Angelika dem Kaffeeröster Matthias Rinderer begegneten, der – wie dieser selbst sagt – immer auf der Suche nach dem perfekten Espresso war.

Als sein Kaffeeautomat eines Tages nicht mehr funktionierte, begann Rinderer selber Bohnen zu rösten und verkauft das beeindruckende Ergebnis seiner Bemühungen als VB-Kaffee heute bis nach Berlin.

In dem Buch „Original Oberösterreich“ sind Menschen wie Rinderer auf den Seiten wie Perlen einer Kette aneinandergereiht. Auch beim Geigenbauer Franz Übelhör in Linz gerät Horowitz ins begeisterte Erzählen.

Übelhör, ein vor zwanzig Jahren aus Wien hergezogener Handwerker, erzeugt in einem Hinterhof in der Bischofsstraße seine herrlichen Instrumente. Herrlich ist auch die Landschaft in Oberösterreich, wie der Quantenphysiker Anton Zeilinger betont, der durch die Familie seines Vaters das Oberösterreich-Gen in sich trägt.

Er mag daher die bodenständige oberösterreichische Küche und die Vielfalt der oberösterreichischen Landschaft, die eine besondere Ruhe für ihn ausstrahlt. Sein Lieblingsplatz, sagt er, sei die Gmundner Esplanade mit Blick zum Schloss Orth und zum Traunstein.

Der Attersee hat es dem Stardirigenten Franz Welser-Möst, der ein echter Oberösterreicher ist, angetan. Vom neuen Buch sei er begeistert, freut sich das Ehepaar Horowitz, dem Welser-Möst versichert hätte, dass er mit diesem Leitfaden als Begleiter alle darin geschilderten Plätze und Menschen aufsuchen wolle.

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