Im Blackout werden viele Menschen sterben

Werbung

Werbung

Verharmlosung kann schädlich sein:

Im Blackout werden viele Menschen sterben

[responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Vorlesen"]

Werbung

Ein langanhaltender flächendeckender Stromausfall, auch „Blackout“ genannt, gehört zu den wohl schlimmsten Bedrohungen für eine moderne Industrienation wie Österreich.

von Dr. Hannes Strasser

Im Jänner 2022 veröffentlichte die Bild-Zeitung einen Artikel zum Instagram-Kanal „klima.neutral“ des Westdeutschen Rundfunks (WDR), also eines öffentlich-rechtlichen Deutschen Rundfunksenders. „Entspannt in den Blackout“ hieß es dort. Der Ex-Wirtschaftsstaatssekretär Thomas Bareiß meinte dazu, dass „der WDR den Eindruck vermittelt, der Blackout ist das neue Party-Highlight.“

Blackout steht uns bevor

Für Experten stellt sich nicht die Frage, ob wir in einen Blackout geraten, sondern nur mehr wann, gerade jetzt, wo Europa wegen des Wirtschaftskrieges mit Russland in einen massiven Energiemangel geraten ist. Bundesheer, Rotes Kreuz und Polizei bereiten sich seit längerem darauf vor. Aber auch den Akteuren im Gesundheitswesen dämmert schön langsam, was eine Blackout für die medizinische Versorgung bedeutet.

Tirol Kliniken warnen Mitarbeiter

Die Tirol Kliniken, der größte Arbeitgeber in Westösterreich mit rund 9000 Angestellten, warnte kürzlich alle Mitarbeiter. Da unser Leben auf einer ausreichenden Stromversorgung basiert, werden alltägliche Abläufe unmöglich: Licht, Radio, Fernseher, Heizung, Internet, Telefon, Kühlschrank, Tanken (weil die Pumpen nicht mehr funktionieren) – das alles fällt aus. Die Tirol Kliniken gaben Tipps, wie sich ihre Angestellten privat auf einen Blackout vorbereiten sollen.

Werden zusammenbrechen

Die Krankenhäuser verfügen zwar über Notstromaggregate, stoßen aber rasch an ihre Grenzen. Im Bereich der Lebensmittelversorgung werden Kühlungen ausfallen, Einkäufe ohne Kassen nicht mehr getätigt und Lebensmittel nicht mehr geliefert werden können. Und auch die Wasserversorgung, sowohl für den Koch- und Trinkbedarf als auch für den Hygienebedarf, ist ohne Stromversorgung nicht mehr allerorts langfristig gewährleistet, da Pumpen ausfallen. In Wien wird das Wasser der Hochquelleitung beispielsweise auch mit Pumpen über Wien verteilt. Die medizinische Versorgung wird nicht mehr im vollen Ausmaß zur Verfügung stehen, denn die Notstromversorgungen der Spitäler decken nur kleine Bereiche ab. Und die Notstromversorgung kann zumeist nur wenige Tage aufrechterhalten werden, dann es bestehen viele externe Abhängigkeiten: Energie (Strom, Gas, Öl, Diesel, Benzin, etc.), Wasser, Lebensmittel, Medikamente, Gase (z.B. Sauerstoff), Medizinbedarf, Müllentsorgung, usw. Ein weiteres Problem, das vielen nicht bewusst ist: Internet und Telefonie können bereits nach einer halben Stunde ausfallen, was reguläre Dienstantritte, Einspringer-Dienste oder ähnliches praktisch unmöglich machen wird. Außerdem werden Ärzte, Pflegepersonal und alle anderen Mitarbeiter nicht mehr in die Krankenhäuser kommen ohne öffentlichen Verkehr und Tankmöglichkeit für die PKWs. Man stelle sich ein Krankenhaus wie das AKH in Wien vor: ohne Strom, ohne Wasser, ohne Essen, ohne Heizung, ohne Lifte, ohne Ärzte, ohne Pflegepersonal. Ohne Strom für Lifte, Intensivstationen, für Beatmungsgeräte, für Operationssäle, für Ambulanzen, Stationen, für Datenübertragung und Patientendokumentation. Das alles wird dazu führen, dass in den Krankenhäusern unweigerlich Menschen sterben werden.

Ordinationen fallen aus

Doch nicht nur die Krankenhäuser brechen zusammen. Auch Ordinationen und Apotheken fallen aus. Ohne Kühlung werden viele Medikamente unbrauchbar, z.B. die mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19. Medikamente können ohne Kassen nicht mehr gekauft und mit den Krankenkassen abgerechnet oder vom Chefarzt bewilligt werden. In den Ordinationen funktionieren Telefon, Handy, Fax, Computer und alle elektrischen Geräte nicht mehr: kein EKG, keine Sonographie, kein Labor, kein Licht, keine Sterilisator-geräte, nichts. Und auch nicht die e-card. Wir Kammerräte der Freien Ärzte Tirol fragten vor wenigen Tagen in der Ärztekammer nach, welche Vorbereitungen es für die niedergelassenen Ärzte gibt. Die niederschmetternde Auskunft: es wird ein Arbeitskreis mit dem Land Tirol gebildet, der Empfehlungen ausarbeiten soll. Die Ordinationen sind also nicht vorbereitet.

Werden nicht mehr helfen können

Ohne Telefon, über Festnetz oder Handy, werden Polizei, Feuerwehr, Rettung und Notarzt nicht mehr erreich- und alarmierbar sein. Selbst wenn diese also noch ein paar Tage fahren könnten, wird sie niemand mehr bei einem Notfall verständigen. Bei Herzinfarkten, Schlaganfällen, Unfällen etc. werden die Betroffenen zumeist hilflos allein auf sich gestellt sein. Schifahren oder Tourengehen im Blackout – eine Schnapsidee. Und auch bei den zahllosen steckengebliebenen Liften und Seilbahnen in Häusern und Schigebieten werden wohl nicht ausreichend Bergekräfte kommen können.

Medikamente für den Notfall

Dazu kommen noch aktuelle bürokratische Schikanen. Chronisch Kranken wird seit Monaten empfohlen, Medikamente für den Notfall für ein paar Wochen lagernd zu haben. Ich kenne aber Krebspatienten, denen der Chefarzt der
Krankenkasse genau das nicht genehmigt hat. Bei einem Blackout werden viele Kranke ihre Medikamente nicht haben, und die Krankenkassen sind mitverantwortlich dafür.

Viele werden sterben

Ich rede bei all dem noch nicht von den Unruhen, Plünderungen und Gewalttaten, die drohen. Es ist daher umso unverständlicher, wie locker lässig sich Europa sehenden Auges durch den Wirtschaftskrieg mit Russland in eine massive Energiemangel-Lage hineinmanövriert hat. Es steht zu befürchten, dass leider sehr viele Menschen sterben werden – nicht nur in der Ukraine, sondern leider auch bei uns.

Dr. Hannes Strasser ist Co-Autor des Bestsellers „Raus aus dem Corona-Chaos“, Kammerrat für die „Interessensgemeinschaft Freie Ärzte Tirol“ in der Tiroler Ärztekammer und Experte im Parlaments-Hearing zum Thema „Impfpflicht“.

Das könnte Sie auch interessieren:
Im Blackout werden viele Menschen sterben TEILEN
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on telegram
Telegram
Share on reddit
Reddit
Share on email
Email
Ähnliche Artikel
Schlagwörter
NEWSLETTER

Bleiben Sie immer aktuell mit dem kostenlosen Wochenblick-Newsletter!

Neuste Artikel
vor 1 Tagen, 8 Stunden, 44 Minuten