Linzer Mutter mit schwerstbehindertem Sohn fällt durch alle Systeme

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Kampf um Mindestsicherung

Linzer Mutter mit schwerstbehindertem Sohn fällt durch alle Systeme

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Anstatt ihr nach Kräften zu helfen, werden der Linzerin Michaela Schäffer (53), alleinerziehender Mutter eines schwerstbehinderten Buben, vonseiten der Behörden nur Knüppel zwischen die Beine geworfen. Nun verweigert man ihr sogar die Mindestsicherung für ihren 20-jährigen Sohn Sven.

von Kurt Guggenbichler

In Wien, erläutert sie zwischen Windelwechseln und Breikochen, würde sie die Mindestsicherung für ihren Sohn sofort bekommen. Aber hier in Linz?
„Was ist das für eine Gesellschaft?“, seufzt die Mutter, die die hohen Aufwendungen im Zusammenhang mit der Ganztagesbetreuung ihres Sohnes nur mit ihrer kleinen Rente und dem Pflegegeld zu stemmen versucht. Das reicht natürlich hinten und vorne nicht, um die laufenden Fix- , Therapie- und Pflegekosten zu bezahlen.

Heim keine Option

„Ich muss ständig Schulden machen“, sagte sie beim „Wochenblick“-Besuch. „Heute ist der 11. Juli, und ich habe schon wieder kein Geld auf dem Konto.“ Deshalb hat sie auch die Mindestsicherung für ihren Sohn beantragt, die man ihm in Linz allerdings verweigert.

Dabei bekommt sie auch keine Alimente vom Kindesvater, der sich gleich nach der Geburt von Sven aus dem Staub gemacht hat. Ein Arzt hätte ihr den zynischen Rat gegeben, sie solle ins Ausland ziehen und als Asylsuchende wiederkommen, dann würde ihr sofort geholfen werden.

Schon seit Jahren wird Frau Schäffer von den Behörden gedrängt, ihren Sohn in ein Heim zu geben, was sie aber strikt ablehnt. Dort würde ihr Kind seelisch verkommen, ist sie überzeugt. Außerdem fehle es auch in den Heimen an Pflegekräften.

Durch Komplikationen nach Svens Geburt ist der 20-jährige Bursch nicht nur körperlich und geistig schwerstbehindert, sondern auch blind. „Ich habe gern die Verantwortung für mein Kind übernommen“, betont die Mutter, „sehe allerdings nicht ein, dafür bestraft zu werden, indem man mir Hilfen verweigert.“

Oft enttäuscht

Vor kurzem hat sie daher Landeshauptmann Thomas Stelzer in einem E-Mail um Hilfe gebeten. Michaela Schäffer denkt dabei an eine bezahlte 24-Stunden-Betreuung mit einer persönlichen Assistenz.

Elf Tage später informierte sie ein Mail aus Stelzers Büro, dass sich der Landeshauptmann mit dem Sozialreferat in Verbindung gesetzt und um Prüfung der Unterstützungsmöglichkeiten gebeten hätte. Nun kann Schäffer wieder ein wenig hoffen. Es bleibt ihr auch nichts anderes übrig.

Zu oft schon wurde sie enttäuscht. Sie weigert sich, zu glauben, dass ihr Sohn in einem anderen Bundesland mehr wert sein sollte als in Oberösterreich. Dabei denkt sie an die Mindestsicherung für Sven, aber das ist eine andere Baustelle.

Die 53-Jährige weiß, dass ihr Fall sehr komplex ist, weil sie mit der Pflege für ihren schwerstbehinderten Sohn durch alle Sozialsysteme fällt. Deshalb beschäftigt sich auch schon die juridische Fakultät der Kepler-Universität mit ihrem Härtefall.

„Ich muss für meinen Sohn stark sein und stark bleiben“, betont Michaela, die nur bis zu ihrem 33. Lebensjahr ein normales Leben führen durfte. Ein wenig mehr staatliche Unterstützung würde auch ihr helfen.

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