Neue ORF-Pläne: GIS-Gebühr auch für Streaming

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Neue ORF-Pläne: GIS-Gebühr auch für Streaming

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Österreichs öffentlich-rechtlicher Rundfunk will sich neu aufstellen, wie aus einem Strategiepapier hervorgeht. Neben mehr Inhalten für das Internet und dem Erschließen neuer Zielgruppen soll auch endlich eine GIS-Lücke geschlossen werden.

Ambitioniert klingt das Vorhaben des ORF in seinem Strategiepapier. Schließlich plant man nichts anderes, als den großen global agierenden Plattformen wie Facebook, Netflix, Amazon, Youtube etc. Paroli zu bieten. „Plattform-Challenge“ heißt das im ORF-Papier und soll die Zukunftsfähigkeit sichern helfen. Dafür soll verstärkt auch das Publikum in den Mittelpunkt gestellt werden – man fragt sich eigentlich, was dem ORF bisher wichtig war – Internet und On-Demand-Angebote, Social Media-Präsenzen sowie vermehrt Internetinhalte sollen dabei helfen, das Ziel zu erreichen. Denn die neue Zielgruppe der ORF-Strategie sind die 20 bis 50-Jährigen, weshalb die unterschiedlichen Kanäle auch zielgruppengerecht bespielt werden sollen.

Gebührenlücke mit allen Mitteln schließen

Dabei soll auch mehr Wert auf Inhalte gelegt werden, die exklusiv für das Internet produziert werden oder dort zuerst erscheinen sollen. Dazu ist der neue ORF-Player als „das Leitprojekt bei der Entwicklung des ORF zu einer Plattform für Österreich“ vorgesehen. Und im Zuge dessen soll auch endlich ein Ärgernis für den ORF beseitigt werden, denn bisher müssen Österreicher für internetfähige Computer keine GIS-Gebühren zahlen. Die Schließung dieser „Streaming-Lücke“ hat daher für Österreichs öffentlich-rechtlichen Rundfunk höchste Priorität – „egal auf welchem Weg“. Wie man sich das am Küniglberg vorstellt, ist ebenfalls im Strategiepapier geschildert. Dazu soll wohl als erster Schritt eine Log-in-Strategie genutzt werden. Also bestimmte Inhalte des ORF-Players sollen nur mit einem GIS-Registrierungscode zu sehen sein. Damit, so die ORF-Pläne, „wächst für die Nutzer/innen … die Bereitschaft, auch bei reinem Streaming-Empfang Teilnehmerentgelt zu entrichten.“

Deutschland als großes ORF-Vorbild

Seit der Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs im Sommer 2015, dass ein Computer mit einem Internetanschluss kein Rundfunkempfangsgerät sei und somit keine Rundfunkgebühren zu bezahlen sind, sucht der ORF nach einem Weg, dennoch abzukassieren. Eine Haushaltsabgabe wie es sie in Deutschland seit 2013 gibt, bei der jeder zahlen muss, unabhängig davon, ob er ein Empfangsgerät hat, wird zwar von den Grünen positiv gesehen, von den anderen Parteien jedoch bisher mehrheitlich abgelehnt. Auch ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz befürwortet eine Haushaltsabgabe, muss jedoch die politischen Realitäten zur Kenntnis nehmen. Der jetzige Plan des ORF eines Log-in mit GIS-Registrierungscode für den ORF-Player dürfte vermutlich nur wenige Österreicher zu Zahlung animieren. Aber Ende diesen Jahres muss der ORF ohnehin seinen Finanzbedarf wieder bekanntgeben, womit auch Diskussionen über die Art seiner Finanzierung und auch über allfällige GIS-Gebührenerhöhungen spätestens 2022 wieder beginnen dürften.

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