Unsere Vereine unter Beschuss

Werbung

Werbung

Unsere Vereine unter Beschuss

[responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Vorlesen"]

Werbung

Gefährden EU und die Regierung absichtlich unser Brauchtum?

Österreich muss aufwachen – derzeit werden Brauchtum, Kultur und unser Vereinswesen zerstört. Mit fatalen Folgen für die Gesellschaft und den ländlichen Raum!“ Mit solch drastischen Worten warnt die Plattform „Rettet die Vereinsfeste“ vor dem fortgesetzten Angriff auf die heimischen Vereine. Regulierungswahn und EU-Vorschriften könnten alte Traditionsvereine vernichten. Und Registrierkassen und Bürokratie setzen vor allem vielen Sportvereinen zu. Auch die österreichische Regierung steht in der Kritik.

Die EU ist bekannt für die Regulierung von Gurken-krümmungen oder Traktorsesseln. Nun gefährdet ein neuer Vorstoß das Brauchtum der Festschützen. Die EU-Kommission verlangt, dass Signal- und Salutwaffen in die Kategorie C der meldepflichtigen Waffen aufgenommen werden sollen. Für viele Prangerschützen-Vereine ein Horrorszenario. Denn bisher wurde im österreichischen Gesetz klar geregelt, dass die Salut- und Prangerschützen zu feierlichen Anlässen mit ihren Stutzen ausrücken dürfen.

Unsere Vereine unter Beschuss 1
Foto: rettetdievereinsfeste.at
Initiator Sascha Krikler (rechts) übergibt mit Mitstreitern die Petition im Finanzministerium an Kabinettchef Thomas Schmid (3. v.l.) und Fachreferent Michael Krammer (li.).

Völlig zu Recht, denn die Salutschüsse werden ganz ohne Kugeln abgefeuert. Franz Huber, Obmann der Prangerschützen in Oberösterreich, hält fest: „Der Prangerschütze war auch nie Wehrschütze, sondern immer nur Festschütze. Wir begleiten seit über 300 Jahren traditionelle Feste.“
Seine Hoffnung gilt der österreichischen Politik. „Ich bin guter Dinge, dass wir uns in Oberösterreich und Salzburg unser Brauchtum nicht nehmen lassen. Gerade in Zeiten wie diesen müssen wir unsere Identität bewahren und ich glaube, dass die Politik diesen versuchten EU-Eingriff verhindern wird.“
Doch auch die österreichische Bürokratie setzt den Vereinen massiv zu. Eine „Resolution zur Rettung der Vereine“ fordert die österreichische Bundesregierung auf, die Angriffe auf das Vereinsleben zu stoppen. Die aktuelle Gesetzeslage stelle Ehrenamtliche unter den Generalverdacht illegaler Tätigkeit. Dies würde das ländliche Leben beschädigen, ehrenamtliche Funktionäre fühlten sich kriminalisiert. Tausende haben die Resolution an die Bundesregierung bereits unterschrieben. In Oberösterreich unterstützen vor allem der ASKÖ Oberösterreich und der Fußballverband die Initiative.

Bürgerferne

„Mit der Registrierkassenpflicht folgte der nächste harte Schlag gegen das Ehrenamt“, bedauert der Initiator der Resolution, Sascha Krikler im „Wochenblick“-Interview. „Einige hohe Bürokraten und Politiker haben mit diesem Beschluss nur bewiesen, wie weit entfernt sie von den Bürgern sind. Österreich droht derzeit ein Vereinssterben. Es kann nicht sein, dass jeder Verein einen Juristen braucht, um seine Arbeit ordnungsgemäß durchführen zu können – vor allem dann, wenn es nicht um Gewinnstreben geht, sondern um das Gemeinwohl!“

Festabsagen

Tatsächlich muss sich jeder Verein, wenn die bloßen Bar-Einnahmen 7.500 Euro übersteigen, eine Registrierkassa zulegen. Dabei zählen Bankomat- oder Kreditkartenzahlungen auch zu „Bar- einnahmen“. Hat der Verein zwar weniger Umsatz, veranstaltet aber ein Fest das länger als zwei Tage dauert, muss er trotzdem die Registrierkassa anschaffen. Im Burgenland führte dieses Gesetz zu zahlreichen Festabsagen. Sascha Krikler zeigt sich verärgert: „Kellergassenfeste und Vereinsfeste sind stark betroffen. Das Dorffest in Zagersdorf, das Seefest in Illmitz oder das SummerHappening in Edelstal – alle wurden bereits abgesagt, aus Angst vor dem neuen Gesetz.“
Zudem sei es immer schwieriger freiwillige Funktionäre zu finden, weil alle vor der Gesetzesflut Angst haben.

++++++++

 

“Wochenblick” interviewte dazu Günther Vollenhofer von der ASV-Bewegung Steyr:

Wie geht es ihrem Fußballverein mit den neuen Verordnungen für Vereine?

„Die Registrierkassenpflicht macht uns Sorgen. Zu uns in die Bezirksliga kommen bei einem Heimspiel zwischen 50 und 100 Zuschauer. Bisher haben wir eine sorgfältige Buchhaltung gemacht – doch mit einer Registrierkassa wird alles viel komplizierter.“

Was ist das Problem?

Unsere Vereine unter Beschuss
Foto: Rollimania-Steyr

„Die Anschaffungskosten tun unserem bescheidenen Budget weh. Und außerdem wird es immer schwieriger, freiwillige Helfer zu finden. Jetzt helfen einfache Vereinsmitglieder oder Mütter von Kickern beim Ausschank mit und dokumentieren die Verkäufe handschriftlich auf einem Zettel. Nicht jeder will mit der Registrierkassa arbeiten.“

Befürchten Sie Umsatzeinbußen?

„Es wird zumindest auch für die Gäste schwerer. Beispielsweise haben wir eine Grillhütte, wo wir Bosner, Grillwürstel oder Pommes verkaufen. Künftig müssen die Leute zuerst zum Buffet gehen und dort die Rechnung bezahlen. Mit dem Beleg bekommen sie dann bei der Grillhütte ihre Speisen. Der Gast muss sich zweimal anstellen.“

Unsere Vereine unter Beschuss TEILEN
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on telegram
Telegram
Share on reddit
Reddit
Ähnliche Artikel
Schlagwörter
NEWSLETTER

Bleiben Sie immer aktuell mit dem kostenlosen Wochenblick-Newsletter!

Neuste Artikel