Van der Bellen verteidigt türkisches Neujahresbaby

Unterstützung für Caritas-Aktion #flowerrain

Van der Bellen verteidigt türkisches Neujahresbaby

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Große Aufregung um Wiener Neujahresbaby 2018: Jetzt mischt sich auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen ein. Hintergrund des Ganzen: Mehrere Medien posteten zu Neujahr das Bild von Asel und seinen Eltern und ernteten dafür einen gewaltigen Shirtstorm besorgter Bürger. Denn die Eltern des Babys sind aus der Türkei.

Eine große Welle der Solidarität der Mainstream-Medien schlug gegen alle Nutzer, die ihre Sorgen auf Facebook zum türkischstämmigen Neujahresbaby äußerten.

Auch, dass der Vorname „Mohammed“ unter den drei beliebtesten Namen 2017 ist, scheint für die führenden Medien keine alarmierende Entwicklung zu sein.

Blumenregen gegen Shitstorm

Als Gegeninitiative zum Shitstorm startete der Caritas Wien-Generalsekretär Klaus Schwertner eine Aktion auf Facebook. Mit einem Blumenregen für die Familie will er zeigen, dass „Liebe größer als Hass“ ist.

Auch Bundespräsident Van der Bellen schloss sich heute, Samstag, der „Flower Power“ an mit den Worten: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Zuversicht und Zusammenhalt sind größer als Hass und Hetze. Herzlich Willkommen, liebe Asel!“

Aktion auf Facebook gesperrt

Zwei Tage nach dem Start von Schwertners Aktion wurde das Posting von Facebook aus noch ungeklärten Gründen gelöscht. Kurze Zeit darauf war es jedoch wieder online. Schwertner zeigte sich verwundert, dass seine „breite Botschaft der Nächstenliebe“ von Mark Zuckberg scheinbar nicht als solche aufgefasst wurde.

Er warf die Vermutung in den Raum, dass mehrere Nutzer geschlossen seine Aktion gemeldet hätten. Doch mit der Hilfe von unter anderem der linken Journalistin Ingrid Brodnig, Datenschutzaktivist Max Schrems und Ö3-Moderator Armin Rogl wurde das Posting von Facebook wieder online gestellt.

Neujahrsbaby in Niederösterreich

Die stolzen Eltern des niederösterreichischen Neujahrsbabys kommen ursprünglich aus der Mongolei. Das Kind heißt Sophie und wurde im Krankenhaus Hollabrunn um 1:31 Uhr auf die Welt gebracht.

Sarantuya Majigsuren und Tugeekhsaikhan Sukhtulga mit ihrem niederösterreichischen Neujahresbaby 2018 (Bildquelle: LK Hollabrunn)

Sorge vor Überfremdung

Während Mainstream-Medien ausschließlich von “Hasspostings” berichten, verteidigen sich viele empörte Nutzer, dass ihre Kritik nicht gegen die Familien oder Kinder gerichtet sei. Vielmehr gehe es “um eine problematische Gesamtentwicklung”. Dass nämlich ausgerechnet die ersten Kinder des Jahres offensichtlichen Migrationshintergrund haben, wäre ein Zeichen der “de facto stattfindenden Überfremdung”.

Nutzer Daniel W. schreibt etwa, dass die Geburt eines Kindes immer schön sei. “Aber”, so argumentiert er auf Facebook weiter, “es ist sicher auch zu verstehen das mancher angesichts der aktuellen Lage zu schmunzeln beginnt wenn man dieses Foto sieht und den Namen des Kindes liest !”

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