Verschwendung: 577.000 Tonnen genießbare Lebensmittel landen im Müll

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Jahresverbrauch von Kärnten

Verschwendung: 577.000 Tonnen genießbare Lebensmittel landen im Müll

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In jedem Haushalt in Österreich werden jährlich Lebensmittel im Wert von 300 Euro weggeworfen. Insgesamt sind es 577.000 Tonnen, die im Müll landen, obwohl es vermeidbar gewesen wäre.

Die WWF-Expertin Julia Haslinger verdeutlich die große Menge an verschwendeten Lebensmitteln anhand eines Vergleichs: „Österreich schmeißt jährlich so viel an Genießbarem weg, wie die gesamte Kärntner Bevölkerung isst.“

In Wien landen je Kopf etwa 40 Kilogramm Nahrung im Müll, die noch gut gewesen wäre. Ein Beispiel das zeigt, wie enorm die Lebensmittelverschwendung ist. Die Ursache für diesen Zustand liegt jedoch nicht bei den Verbrauchern, sondern beginnt bereits bei der modernen Landwirtschaft und dem Großhandel.

Anpflanzen, ernten, wegwerfen

Voll gepackte Supermarktregale mit einwandfreier Ware haben ihren Preis. So werden etwa Gemüse und Obst so stark normiert, dass es zu hohen „Wegwerfquoten“ kommt.

So landen Tonnen an leicht von der Norm abweichenden Tomaten, Kartoffeln, Karotten und Äpfeln direkt nach der Ernte im Müll oder werden gleich wieder eingegraben. Der Markt verlangt Vorzeigeprodukte in genau fixierten Größen, Farben und Formen.

Angeordneter Sozialmissbrauch in Wien

Leere Brieftasche, unfruchtbare Böden

Nicht nur die Brieftaschen der Konsumenten leidet unter der Verschwendung, sondern auch die Böden. Die unnötige Überproduktion laugt die Erde aus und verbraucht Unmengen an Wasser und Düngemittel, um die bereits überbeanspruchten Böden weiterhin nutzen zu können.

Das Phänomen Wegwerfgesellschaft ist insofern nicht nur ethisch und finanziell, sondern auch existenziell schädlich. Setzt der Trend sich fort, riskieren wir eine immer weiter sinkende Bodenqualität, die mit immer mehr Düngemittel ausgeglichen werden wird.

Essen teilen statt verschwenden

Diese Kritik wird insbesondere von Biobauern befeuert. Aber auch Unternehmer haben das Problem Verschwendung erkannt und bieten zahlreiche Lösungsansätze. So etwa die Initiative Foodsharing, mit mittlerweile über 200.000 Mitgliedern. Diese stellen ihre übriggebliebenen Lebensmittel auf die Plattform. Interessenten können sie anschließend kostenlos abholen.

Aber auch ohne Apps und Netzwerke kann jeder selbst etwas gegen Lebensmittelverschwendung tun. Eine aktive Planung beim Kauf verhindert Verschwendung schon vorab. Die richtige Lagerung verlängert die Haltbarkeit der Produkte. Diese ist übrigens keineswegs (nur) vom Mindesthaltbarkeitsdatum ab, welches häufig immer noch falsch verstanden wird.

Die meisten Lebensmittel sind noch lange Zeit nach dem Ablauf dieses normierten Termins genießbar. Riechen und probieren ist besser als einfach nur ablesen und wegwerfen. Nicht nur für die Brieftasche, sondern auch für das Gewissen.

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