Nicht nur in Österreich sorgte das am Montagabend ausgestrahlte Interview von ORF-Aushängeschild Armin Wolf mit dem russischen Präsidenten für reichlich Wirbel. Während ein Moskau-Korrespondent der „New York Times“ vollmundig von einem der „spektakulärsten Interviews mit Putin“ sprach, empörte sich der führende russische Nachrichtensender „Vesti“ über einen als „unehrlich“ kritisierten Wolf sowie die offenkundige „Lügenpresse“, die der ORF-Mann repräsentiere. Auch zahlreiche englischsprachige Nutzer empörten sich über Wolf.

Während das Urteil vieler Medien-Macher zum Skandal-Interview sich zwischen heller Begeisterung und Fremdschämen bewegt, fallen die Bewertungen österreichischer Internet-Nutzer eindeutiger aus. Von „Lächerlichkeit“, „Fremdschämen“, „Peinlichem“ und einer „Schande für Österreich“ ist in zahlreichen Facebook-Kommentaren einfacher Bürger die Rede. Das vernichtende Fazit: Der durch Zwangsgebühren finanzierte, regelmäßig in Skandale verwickelte ORF hat mit seinem immer wieder umstrittenen „Anchorman“ Wolf einen sehr negativen Eindruck zu Österreich in Russland hinterlassen!

Bissiger ORF-Wolf unterbrach Putin häufig

Netz-Nutzer stören sich insbesondere am forschen Interviewstil Wolfs. Mehrfach unterbrach er den russischen Präsidenten, korrigierte ihn immer wieder inhaltlich.  „Seien Sie bitte so nett, lassen Sie mich etwas sagen“, betonte Putin im Interview. An anderer Stelle bat der russische Präsident den streitbaren Moderator des Zwangsgebühren-Senders: „Ich erkläre das ja jetzt. Haben Sie doch etwas Geduld!“ An anderer Stelle sagte er beinahe verzweifelt zu Wolf: „Sie lassen mich nur den Satz nicht zu Ende führen, Sie sind so ungeduldig.“

Dieser von Wolf auch in anderen Sendungen betriebene Interviewstil bringt viele Österreicher schlicht zum Ausrasten! „Es ist eine Schande für Österreich, wie sich der Wolf benimmt“, schreibt eine erzürnte Facebook-Nutzerin. Eine andere meint: „Da kann man sich nur wieder für den ORF fremdschämen nach so einem respektlosen Interview.“ Auch weitere Kommentare auf der Seite des ORF zum hier transkribierten Interview sind wenig schmeichelhaft:

Österreicher will sich bei Putin entschuldigen

Besonders pikant: Ein österreichischer Facebook-Nutzer will sich jetzt bei dem russischen Präsidenten persönlich wegen des Interviews entschuldigen! Er schreibt von „einer Frechheit, einem Skandal“, gibt sich spürbar beschämt. Nun sucht er in einer Facebook-Gruppe einen Russisch-Übersetzer:

armin wolf interview putin

Russin: „Schäme mich für Österreich“

Auch in anderen sozialen Medien ist deutliches Fremdschämen zu vernehmen. So ist auf Instagram von einer angeblich „11-maligen Unterbrechung“ sowie „Respektlosigkeit“ die Rede. Auf Twitter empört sich eine in dem sozialen Netzwerk beliebte Russin, die Frau wirft Wolf auf Englisch mangelnde Professionalität vor. Der stark umstrittene Journalist erwecke den Eindruck, „aus einem unzivilisierten Land zu kommen“. Sie schäme sich für Österreich, betont die Nutzerin!

Ansehen Österreichs beschädigt?

Peinlich für den ORF: Der Sender „Russia 24“ warf Wolf sogar Unhöflichkeit und mangelhaftes Wissen vor! Auch beim aktuellen Staatsbesuch von Putin in Wien schien das stark umstrittene Interview wie ein bleierner Schatten über den offiziellen Gesprächen zu liegen. Wirtschafts-Experten zeigen sich indes besorgt: Mit solch einem Verhalten trage der ORF zur Schädigung des Ansehens von Österreich im Ausland bei.

Insider warnt

„Der ein oder andere russische Unternehmer dürfte sich jetzt vielleicht zweimal überlegen, ob er bei uns weiterhin investiert“, kritisiert ein Insider gegenüber dem „Wochenblick“. Er betont: „Herr Wolf sollte nicht vergessen, dass es hier auch um die Arbeitsplätze einiger Österreicher geht!“ Die auf Etikette bedachten Russen würden sich durch solch ein forsches Verhalten unangenehm vor den Kopf gestoßen fühlen.