Nach der offenen Sympathiebekundung von ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka für Norbert Hofer herrscht nun in der Partei große Aufregung. VP-Boss Reinhold Mitterlehner, der selbst Van der Bellen wählen würde, tadelte Lopatka jetzt heftig.

Nach „Wochenblick“-Recherchen stellt sich heraus: Ein sehr großer Teil der ÖVP-Mitglieder teilt Lopatkas Sympathien für Hofer, wenngleich sich die meisten Parteimitglieder nicht zu einem offiziellen Bekenntnis durchringen können.

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ÖVP-Insider packt aus: Mehrheit ist gegen VdB!

Scharfe Kritik an Mitterlehner

Zu groß ist die Hausmacht von Mitterlehner in der Partei. Viele ÖVP-Politiker fürchten bei einem Bekenntnis zu Hofer ernsthafte Konsequenzen für ihre Karriere. Der langjährige ÖVP-Mann Norbert van Handel, der bereits in der Vergangenheit mit mutigen Stellungnahmen für Wirbel sorgte, packt jetzt im Interview mit „Wochenblick“ aus.

„Die Stimmung ist mehr als negativ. Der Bundesparteiobmann Mitterlehner hat mit seiner Empfehlung für Van der Bellen dramatisch seine eigenen Regeln übertreten“, betont Van Handel. Denn laut offizieller ÖVP-Linie dürfte es keine Empfehlung für die Bundespräsidentenwahl geben.

Zugleich lobt Van Handel die „absolute Zivilcourage“ Lopatkas in Form seines Bekenntnisses zur Wahl Hofers. „Er hat damit die Stimmung in der ÖVP genau getroffen“, betont er. Laut Lopatka sei eine überwiegende Mehrheit der Abgeordneten für Hofer, nur eine kleine Minderheit wolle für Van der Bellen stimmen. Die Initiative der ÖVP-Bürgermeister, die sich öffentlich für Van der Bellen ausgesprochen haben, sei wenig glaubwürdig.

Mehrheit der Bürgermeister offensichtlich für Hofer

Gerade einmal 136 Bürgermeister hätten sich zu Van der Bellen bekannt. Bei insgesamt rund 2.200 ÖVP-Bürgermeistern in Österreich handele es sich damit um eine verschwindend geringe Minderheit von 6,5 Prozent. „Der Rest der Bürgermeister hat sich offensichtlich nicht für Van der Bellen ausgesprochen“, betont Van Handel. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine überwiegende Mehrheit der ÖVP-Bürgermeister Hofer wähle, sei sehr hoch.

So sorgt jetzt u.a. Andreas Stockinger, schwarzer Bürgermeister von Thalheim, mit seinem Bekenntnis zu Hofer für Wirbel. Auch die Rüge Mitterlehners gegen Lopatka interessiert ihn nicht. „Weil jeder tun darf, was er glaubt. Ich habe abgewogen und so entschieden“, betont der Ortschef aus der Gemeinde im Bezirk Wels-Land.

Ex-Generalsekretär: VdB „Sicherheitsrisiko für Österreich“

Brisant: Laut Informationen der „Heute“-Zeitung würden sogar 70 Prozent der ÖVP-Abgeordneten im Nationalrat Hofer und die Freiheitlichen bevorzugen. Wie ablehnend viele Schwarze Van der Bellen gegenüberstehen, zeigte bereits eine Stellungnahme des ehemaligen ÖVP-Generalsekretärs Peter McDonald im April.

„Jemand, der jede Woche seine Meinung in Sachen Grenzschutz ändert und die Sorgen der Bevölkerung völlig ausblendet, disqualifiziert sich selbst für das höchste Amt im Staat“, betonte McDonald in einer offiziellen Aussendung der Bundespartei. McDonalds Position hätte klarer kaum sein können. „Der linksalternative Bundespräsidentschaftskandidat Van der Bellen ist und bleibt ein Sicherheitsrisiko für Österreich“, unterstrich er damals.

ÖVP-Basis will sich nichts vorschreiben lassen

Auch an der Basis rumort es seit längerem. Auf Facebook befürworten zahlreiche Parteimitglieder sowie der ÖVP nahestehende Nutzer Lopatkas Bekenntnis. Auf der offiziellen Seite von Lopatka sowie unter entsprechenden Medienberichten äußern sich viele Nutzer wohlwollend zum schwarzen Hofer-Unterstützer:

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Fotos: Screenshot Facebook

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