Die heimische Gastronomie, allen voran der Grieskirchner Gastro-König Thomas Altendorfer, spart nicht an Kritik gegenüber der türkis-grünen Politik. Wegen der Corona-Krise stehen Oberösterreichs Wirte vor einer dramatischen Lage. Unterstützung gibt es wenig oder viel zu zögerlich. Altendorfer fordert nun in einem Schreiben die Bundes- und Landespolitiker zu einem schnellen Umdenken und Handeln auf. 

„Die Gastronomie befindet sich in einer fast aussichtslosen Situation“, schreibt Altendorfer. „Man hat in den letzten Jahren oder generell in der Gastronomie keine finanziellen Rücklagen geschaffen. Ich habe zum Beispiel ständig in neue Lokale investiert, und stehe jetzt mit leeren Händen da“. Der Gastronomiesektor müsse ehest möglich und nachhaltig geschützt und unterstützt werden, fordert der Grieskirchner Wirt klar.

Zaghafte Salamitaktik der Politik

Thomas Altendorfer ist seit 30 Jahren in der Gastronomie tätig. Zu seiner Unternehmensgruppe gehören derzeit 17 Betriebe in Oberösterreich, Niederösterreich und dem Burgenland, darunter auch das Veranstaltungszentrum Manglburg in Grieskirchen.
Für den Gastronom komme die Unterstützung viel zu zaghaft und scheibchenweise. Er kritisiert: Diese Salamitaktik vergleiche ich mit eine Affenfütterung. Für die Rettung der Wirte seien rückzahlungsfreie, finanzielle Zuschüsse notwendig und ergänzend bis Ende des Jahres, eine massive Einschränkung für die fahrende Gastronomie, für Zeltfeste und ähnliche Veranstaltungen.

„Wenn im Sommer die Wirte wieder aufsperren dürfen, zeitgleich aber die traditionellen Feste auf der grünen Wiese auch im vollen Umfang erlaubt sind, dann bricht für die Gastronomen die nächste Krise aus. Viele Wirte stehen dann wieder vor leeren Tischen, während auf der Festwiese ums Eck hunderte Leute ihr Geld für Essen und Trinken bei der fahrenden Gastronomie oder Stadlfesten ausgeben“, erklärt Altendorfer. Viele Existenzen seien wegen der Corona-Krise massiv gefährdet!

Sehr hohe Umsatzeinbußen zu erwarten

Altendorfer geht alleine in seiner Unternehmensgruppe von Umsatzeinbußen im hohen siebenstelligen Bereich aus. Mit der Unterstützung durch Bund und Länder sei der Gastro-Branche nur mäßig geholfen. Die meisten Wirte benötigen keine Stundungen von Steuern und Abgaben, keine Kredite oder sonstige Leistungen, die die Zahllast nur von heute auf morgen verschieben. Altendorfer: „Dann gehen viele halt erst Ende des Jahres oder im ersten Quartal 2021 in Konkurs. Die Pleitewelle wird damit nur verschoben, nicht vermieden.“