Nach einer wilden Verfolgungsjagd vorige Woche in Haid wurde von einer Polizeistreife ein äußerst aggressiver afghanischer Autofahrer gestoppt. Er hatte, wie die Beamten sofort vermuteten, den Wagen unter Suchtmittelbeeinträchtigung und ohne Führerschein gefahren.

Im heurigen Jahr wurden bereits mehrerer Hundert Autofahrer aus dem Verkehr gezogen, die ihr Fahrzeug unter Drogeneinfluss gelenkt hatten. Bis zum Ende des Jahres werden es wohl an die 800 Drogenlenker sein, vermutet Verkehrslandesrat Günther Steinkellner. Damit würde sich die Zahl der bekifften Fahrer innerhalb von drei Jahren verdreifacht haben. Die Dunkelziffer dürfte jedoch noch weit höher liegen.

Denn im Vergleich zu jenen, die alkoholisiert am Steuer sitzen, hätten Autofahrer, die unter Drogeneinfluss fahren, zur Zeit noch immer die besseren Chancen, dabei zwar gestoppt, letztlich aber nicht erwischt zu werden. Der Hauptgrund dafür sei, dass Ärzte derzeit noch umfassende Untersuchungen an den Fahrern vornehmen müssten, um ihnen das Delikt nachzuweisen, erläutert Steinkellner: „Die Teilnahme am Straßenverkehr unter Drogeneinfluss ist eine häufig unterschätzte Gefahr.“  Um den heimischen Verkehr kontinuierlich sicher gestalten zu können, fordert er daher „eine gesetzliche Adaptierung in verschiedenen Bereichen.“ Bereits Herbert Kickl, der seinerzeitige Innenminister der türkis-blauen Regierung, hatte in einem Entwurf zur 32. StVO-Novelle nicht nur die Anhebung der Führerscheinentzugsdauer für Drogenlenker sowie höhere Strafgelder gefordert, sondern auch Verfahrenserleichterungen durch speziell geschulte Beamte zur effizienten Durchführung ärztlicher Kontrollen.

Schon jetzt leisteten die Drogenvortestgeräte gute Arbeit, heißt es und der Anstieg der ertappten Drogenlenker sei nicht zuletzt auf den Einsatz  dieser verbesserten Kontrollhilfsmittel zurückzuführen.

Erwischte Drogenlenker erwartet eine verkehrspsychologische Nachschulung, bei der stets auch die dramatischen Unterschiede der Lebensumstände dieser Personengruppe im Vergleich zu den alkoholisierten Autofahren deutlich werden.