OÖ-Studie: Familien werden wieder modern
Familienreferent Dr. Haimbuchner blickt in eine hoffnungsfolle Zukunft (Foto: Wochenblick)

„Die Zeiten in denen Kinder als Belastung empfunden wurden, sind vorbei“, fasst der Leiter des OÖ. Familienreferats, Mag. Franz Schützeneder, die Studie zusammen.

Im Presseclub hat Landeshauptmann-Stellvertreter und Familienreferent Dr. Haimbuchner gemeinsam mit dem Leiter des Meinungsforschungsinstitut IMAS, DDr. Paul Eiselsberg die aktuelle Werte- und Familienstudie des Landes Oberösterreich präsentiert. Unter dem Titel „Kinderwunsch: Realität wird zum Ideal“ wurden Motive und Hintergründe zu Familienplanung erforscht.

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Kinder als entscheidender Glücksfaktor

Die Ergebnisse der Studie besagen im Kern, dass generell die Familie wieder einen höheren Stellenwert in der österreichischen Gesellschaft einnimmt.  Generell geben zwei Drittel der Österreicher an, dass Kinder ein wesentlicher Beitrag zum Glück sind. Zur Motivforschung der „Ein-Kind- sowie der Kein-Kind-Familie“ wurden Personen die in einer Partnerschaft ohne Kinder leben und Personen die sich in einer Partnerschaft mit genau einem Kind befinden, befragt.

Die Forschungsteilnehmer äußerten sich zu der Frage nach der idealen Familiengröße mehrheitlich so, dass ihre aktuelle Familiensituation, die ideale Familiengröße widerspiegle (z.B. gaben bei Befragten aus Ein-Kind-Familien 62% an, dass ein Kind die ideale Familiengröße darstelle). Grundsätzlich gehe der Trend aber wieder zu mehr Kindern, so ist die die durchschnittliche Zahl der Kinder Pro Familie in Oberösterreich seit der Jahrtausendwende von 1,41 Kindern auf 1,61 Kinder gestiegen und liegt damit sogar über dem EU-Schnitt.

Finanzielle Bedenken bremsen den Kinderwunsch

Die meisten Bedenken bei der Familiengründung bzw. bei der Frage nach einem zweiten Kind sind finanzieller Natur. Sowohl das Freizeitbudget als auch die gesamte finanzielle Lage werden durch eine Familiengründung oder Erweiterung belastet, sind sich die Studienteilnehmer einig. Ein weiteres Ergebnis der umfangreichen Studie ist, dass Familiengründungen generell später stattfinden als früher (1984 war eine Mutter bei der Geburt ihres ersten Kindes 23,89 Jahre alt, 2015 sind es bereits 28,55 Jahre). Vor einer Familiengründung wollen  – laut Studie – die potentiellen Eltern die Ausbildung abgeschlossen haben und finanziell unabhängig mit beiden Beinen im Leben stehen. Jedoch betonen sowohl der LH-Stv. Manfred Haimbuchner als auch der Leiter des IMAS, DDr. Paul Eiselsberg, dass diese Faktoren nur Bausteine sind, die Entscheidung eine Familie zu gründen oder eben nicht sei eine sehr private Frage, der auch viele persönliche Wertvorstellungen vorausgehen.

Meinungsbildung und finanzielle Erleichterungen für junge Familien

Auf die Frage ob das Land Oberösterreich konkrete Schritte setzen wird um Familiengründungen leichter zu machen antwortet Familienreferent Haimbuchner „Das Land Oberösterreich kann nur die Rahmenbedingungen erleichtern um Kinder zu kriegen. Die individuelle Entscheidung eine Familie zu Gründen kann niemand beeinflussen.“ Weiters betont LH-Stv. Haimbuchner in dem Zusammenhang noch: „Bewusstseinsbildung darf man nicht unterschätzen.“, und merkt schmunzelnd an, dass in Dänemark eine dahingehende Kampagne sehr erfolgreich war.

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