Tolles Luchs-Projekt in Oberösterreich!
Luchsin "Skadi" im Nationalpark Kalkalpen. Foto: Christine Sonvilla / Marc Graf

In einer Pressekonferenz wurde  am Donnerstag das neue Projekt „Pro Luchs“ vorgestellt. Vertreten waren Naturschutzreferent LH-Stv. Dr. Manfred Haimbuchner, Dr. Felix Knauer von der VetMed Uni Wien, Dr. Gottfried Schindlbauer als Leiter der Abteilung Naturschutz, Mag. Christopher Böck vom OÖ Landesjagdverband und Josef Limberger vom Naturschutzbund.

„Pro Luchs“

Erklärtes Ziel des neuen Projekts ist, die Population der Luchse in Oberösterreich zu erweitern, wie Dr. Krauer betonte. Wünschenswert wären insgesamt zehn reproduzierende Weibchen im gesamten Gebiet – derzeit sind es nur zwei. Vor allem soll aber das Bewusstsein für den Luchs in der oberösterreichischen Bevölkerung gestärkt und die Kenntnis erweitert werden. Für den Schutz der Tiere sei eine Flächenausweisung nicht das Allheilmittel und einen Wilderer würden auch Schutzgebiete nicht aufhalten, waren sich die Anwesenden einig.

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Während in Niederösterreich 30 Prozent des Landesgebietes als Schutzgebiet ausgewiesen wurde, sind es in Oberösterreich derzeit nur acht Prozent. Dr. Schindlbauer bekräftigt: „Ein solches Gebiet wie in Niederösterreich unter Kontrolle zu haben ist unmöglich. Deshalb gehen wir in Oberösterreich den Weg, nur so viel Fläche wie nötig auszuweisen.“

EU-Kommission: Vertragsverletzungsverfahren

Seit zwei Jahren ist ein Vertragsverletzungsverfahren anhängig, da aus Sicht der EU-Kommission zu wenig Schutzgebiete ausgewiesen wurden. Im schlimmsten Fall drohen Österreich Strafzahlungen von bis zu 300.000 Euro pro Tag – das ist allerdings sehr unwahrscheinlich. Alle Beteiligten hoffen, dass das Verfahren so schnell wie möglich abgeschlossen werden kann.

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Josef Limberger – mit Leib und Seele Naturschützer – bestätigte die Ansicht, nur so viele Gebiete wie nötig auszuweisen, auch wenn man wohl nicht um eine zumindest geringe Mehrausweisung herum kommen wird. Das Vertragsverletzungsverfahren bezieht sich auf die „Natura 2000“ Gebiete innerhalb der Europäischen Union, weshalb Oberösterreich nicht primär betroffen ist. Die Republik würde sich aber im Schadensfall trotzdem an den Bundesländern schadlos halten.

OGH: Schadenersatz für Luchs-Abschuss

Im Jänner war eine Jägerin wegen des illegalen Abschusses eines Luchses im Nationalpark Kalkalpen vom OGH in letzter Instanz zu einem Schadenersatz von 12.100 Euro verurteilt worden. „Zum ersten Mal wurde in Österreich eine Verurteilung wegen der Schädigung eines Tier- oder Pflanzenbestands ausgesprochen. Das ist nicht selbstverständlich“, betonte Dr. Knauer von der VetMed Uni Wien.

„Luchs-Lady“: Brisante Aufnahme mit Fotofalle

Luchse sind in Österreich selten – im Nationalpark Kalkalpen leben derzeit fünf. Den Naturfotografen  Christine Sonvilla und Marc Graf gelang es im vergangen Jahr trotzdem, erstmals mit einer Fotofalle die Luchsin „Skadi“ auf einem hochauflösenden Bild festzuhalten („Wochenblick“ berichtete).

Trotz weltanschaulicher Unterschiede, die zwischen den einzelnen teilnehmenden Stellen naturgemäß zu erwarten waren, wurde in enger Zusammenarbeit ein förderliches Projekt auf die Beine gestellt, das einem seltenen Tier zugute kommt.

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