Das Landesverwaltungsgericht Oberösterreich hat am Dienstag in Linz die Aberkennung von zwei österreichischen Staatsbürgerschaften bestätigt. Die beiden Kläger, bis dato österreichisch-türkische Doppelstaatsbürger, verlieren nun die österreichische Staatsbürgerschaft.

Diese wurde den ihnen im Jahr 1999 verliehen. Danach stellten sie jedoch einen Antrag auf Wiedererlangung der türkischen Staatsbürgerschaft, der genehmigt wurde.

4.000 Verdachtsfälle

Somit waren die beiden illegale Doppelstaatsbürger beider Nationen. Aufgeflogen ist der Schwindel im Zuge im Rahmen eines türkischen Verfassungsreferendums im vergangenen Jahr, als Personen mit österreichischem Pass plötzlich in türkischen Wählerverzeichnissen aufschienen.

Heimische Behörden hatten daraufhin angekündigt, gegen die Doppelstaatsbürger vorzugehen. Der zuständige oberösterreichische Landesrat Elmar Podgorschek (FPÖ) gab bekannt, dass sich nach Analyse der Verzeichnisse 4.000 Verdachtsfälle herauskristallisiert hätten.

FPÖ-Liste: 20.000 illegale türkische Doppelstaatsbürger

Weitere Verfahren ausständig

Bei 50 konkreten Fällen sei demnach ein Verfahren eingeleitet worden. Zusätzlich wurden sechs Staatsbürgerschaften bescheidmäßig aberkannt. Zwei der betroffenen Türken haben sich dagegen mit einer Beschwerde an das Landesverwaltungsgericht gewandt, die diesen Dienstag abgewiesen wurde.

Die beiden haben somit ihre österreichische Staatsbürgerschaft verloren. Weitere Verfahren sind noch ausständig.