Die deutsche Journalistin Camilla Hildebrandt führte ein sehr interessantes Interview mit der OP-Schwester Judith Gr.* „Viele stehen nicht mehr hinter den Maßnahmen und lassen sich nur impfen, um wieder in den Urlaub zu fahren“, erklärt die Krankenschwester die seit rund 30 Jahren in einem der größten Krankenhäuser Deutschlands arbeitet.

Von Maria Adler

Zu Beginn der Impfungen, also mit Dezember 2020, sei noch etwa die Hälfte ihrer Kollegen bereit gewesen, sich impfen zu lassen, erzählt Judith Gr. Dabei sei durch die Ärzte, aber auch auf die Ärzte sei enorm viel Druck ausgeübt worden. Sehr viele hätten sich daraufhin mit dem Impfstoff von BionTech/Pfizer impfen lassen. Die deutsche Bundesregierung habe dann in diesem Krankenhaus keine Dosen von BionTech/Pfizer mehr zur Verfügung gestellt, weshalb nur mehr der von AstraZeneca zum Einsatz kam. Als dann nur mehr der Impfstoff von AstraZeneca verfügbar gewesen sei, begannen doch etliche ihrer Kollegen zu zweifeln, so die OP-Schwester. Denn all ihre Kollegen, die mit AstraZeneca geimpft wurden, hätten Nebenwirkungen gehabt. Um diese zu lindern, hätten sie sogar Medikamente benötigt. Die deutsche Bundesregierung habe dann in diesem Krankenhaus keine Dosen von BionTech/Pfizer mehr zur Verfügung gestellt, weshalb nur mehr der von AstraZeneca zum Einsatz kam. 

Eigene Einwilligung für zweite Teilimpfung mit Astra Zeneca

Es seien mittlerweile viele ihrer Kollegen nur einmal geimpft, da die Kommissionen die Gabe des AstraZeneca-Impfstoffs bereits zweimal aussetzten. Dennoch sei eine Zeitlang nur mehr AstraZeneca verfügbar gewesen. Grund für das Aussetzen ist das erhöhte Thromboserisiko bei Menschen unter 60 Jahren. In dem Krankenhaus, in dem Judith Gr. beschäftigt ist, müsse man als Bediensteter nun einen Sonderzettel ausfüllen, sollte man sich selbst für die Gabe der zweiten Dosis AstraZeneca entscheiden. Andernfalls käme als zweite Teilimpfung der Impfstoff von BionTech/Pfizer in Kombination zum Einsatz. Das, obwohl es dafür keinerlei Studien gäbe. Judith schildert, dass deshalb unter ihren Kollegen eine große Verunsicherung herrsche. 

Kombination zweier Impfstoffe – beide für sich bereits beachtliche Nebenwirkungen 

In einem Informationsschreiben hieße es, dass es zwar keine Studien zu einer Kombination zweier Impfstoffe gäbe, aber Überlegungen dafürsprächen. Es sei nämlich möglich, dass bei einem Teil der Patienten die Autoimmunreaktion mit Ausbildung von Sinusvenenthrombosen erst nach der zweiten Impfung auftrete, weshalb die Impfung mit zwei verschiedenen Impfstoffen sogar vorteilhaft sein könne. Dies sei aber nur eine Vermutung. Beide Impfstoffe haben bereits nachgewiesene Nebenwirkungen, die nicht zu unterschätzen seien. 

Impfung wegen Hoffnung auf Erleichterung der einschränkenden Maßnahmen – nicht aus Angst

Judith Gr. ist der Meinung, dass sich die Meisten eigentlich nur einmal impfen lassen wollten, in der Hoffnung, dann wieder reisen zu können. Sie nehme es so wahr, dass sich viele ihrer Kollegen impfen haben lassen, um nach Hause fahren oder reisen zu können – nicht aus Angst vor einer Erkrankung mit Covid19. 

Personalnotstand bereits vor Corona – Bettenabbau nach jeder Welle

Judith Gr. sagt, dass die meisten ihrer Kollegen über die Maßnahmen nur mehr den Kopf schütteln würden. Sie deute die Warnung der Intensivmediziner dahingehend, dass es Zeit sei auf die Politik Druck auszuüben in Bezug auf die technische Ausstattung der Krankenhäuser, der Bezahlung der Mitarbeiter und ganz wichtig die Personalbesetzung. Die Probleme der Kapazitäten würden dadurch entstehen, dass bereits seit langer Zeit Pflegenotstand bestehe. Man sei ständig unterbesetzt – nicht erst durch Corona. Es seien Zusatzintensivstationen aufgebaut worden, wo ebenso Personal gebunden wurde. Dieses fehlte dann aber wieder wo anders. Jede Fachrichtung habe um ihre Stellen und Betten gekämpft – was nicht von Erfolg gekrönt war. Operationen seien während jeder Welle gestrichen worden, nach der Welle versuchte man diese nachzuholen. Dann sei aber schon die nächste Welle ausgerufen worden, was wiederum erneut Maßnahmen zur Folge hatte. Erneut seien Zusatz-Intensivbetten zur Verfügung gestellt, Personal wieder verschoben worden, in der dritten nicht mehr so viel wie in den anderen beiden. Nach jeder Welle seien Betten wieder abgebaut worden. 

Stundenlanges Tragen der Schutzausrüstung und FFP2-Maske extrem belastend – Personal brennt aus!

Was aber seit Corona extrem belastend sei, sind die Arbeitsbedingungen. Das Personal auf den Intensivstationen müsse stundenlang in den Infektionsschutzausrüstungen arbeiten. Aufgrund dieser enormen Belastung würden immer mehr Kollegen an ihre Grenzen kommen. Es gäbe nicht ohne Grund aus dem Arbeitsschutz die Regelung, dass die FFP2-Maske lediglich für die Dauer von 75 Minuten, mit einer anschließenden Pause von 30 Minuten, getragen werden dürfe. Aufgrund des Personalmangels und aus organisatorischen Gründen sei ein solcher Aufwand auf Intensivstationen jedoch nicht möglich. Dies hätte zur Folge, dass die Bediensteten oft stundenlang mit dieser Schutzausrüstung und den FFP2-Masken ihre Dienste versehen müssten. 

Bettenbelegung bei Weitem nicht so hoch wie kommuniziert – Maßnahmen dennoch verschärft

Im vorigen Jahr seien viele der Kollegen hinter den Maßnahmen gestanden. Schließlich stellte sich dann heraus, dass die Impfstoffe doch relativ gefährlich seien. Überdies wurden die Maßnahmen immer weiter verschärft, obwohl die Belegung der Betten bei Weitem nicht so hoch war wie dies kommuniziert wurde. So habe die Stimmung in der Kollegenschaft mit Anfang 2021 umgeschlagen. Viele würden mittlerweile nicht mehr hinter den Maßnahmen stehen, so die Krankenhausbedienstete. 

Mehrfachzählungen erlaubt – deshalb Bettenauslastung?

Im Falle von Verlegungen von Patienten innerhalb von Abteilungen zur Weiterbehandlung sei die Meldung von mehreren Behandlungen möglich. Dies könne im Divi-Intensivregister nachgelesen werden, erzählt Judith Gr. Das heißt wohl, dass diese Patienten mehrfach zählen, wodurch die Betten schneller ausgelastet sind. Mittlerweile würden immer mehr ihrer Kollegen sowohl die Maßnahmen als auch die Impfungen in Zweifel ziehen.  

Weiter Unklarheit über (sterile) Immunität der Geimpften

Interessant ist in dieser Hinsicht auch das Aufklärungsmerkblatt des Vektor-Impfstoffs AstraZeneca, Robert-Koch-Institut mit Stand Mai 2021.

Darin steht: „Auch wenn Sie geimpft sind, ist es notwendig, dass Sie weiterhin die AHA + A + L-Regeln beachten und somit sich und Ihre Umgebung schützen. Gründe dafür sind, dass der Schutz nicht sofort nach der Impfung einsetzt und auch nicht bei allen geimpften Personen gleichermaßen vorhanden ist. Zudem lässt sich zurzeit noch nicht mit Sicherheit sagen, ob Personen das Virus (SARS-CoV-2) trotz Impfung weiterverbreiten können.“

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