Der konservative Ministerpräsident Viktor Orbán will sicherstellen, dass in Ungarn nach der Corona-Krise kein Arbeiter zurückbleibt.

Während viele Staaten händeringend die durch Corona verursachte Arbeitslosigkeit beklagen, kündigte Ungarns Regierungschef Viktor Orbán jetzt an: jeder der im Zuge der Pandemie seinen Job verloren hat, wird innerhalb von drei Monaten wieder eine Arbeit haben. Garantiert!

Wenn Privatwirtschaft nicht kann, hilft der Staat

Wenn nicht in der Privatwirtschaft, dann eben im Staatssektor, beim Militär oder im staatlichen Beschäftigungsprogramm. Es gebe dafür keinen Plan B. Das sei Plan A und der werde umgesetzt, sagte der ungarische Ministerpräsident. Die „Unterstützung für Arbeitssuchende“ laufe drei Monate nach Beginn der Corona-Krise aus. Sie liegt – je nach vorherigem Gehalt – bei zwischen 305 und 341 Euro im Monat.

„Konzept Orbán“ bewährt sich

Seit seinem Amtsantritt hat Orbán beständig auf ein Konzept der „arbeitenden Bevölkerung“ gesetzt. Um vor allem weniger qualifizierte Langzeit-Arbeitslose wieder ins Arbeitsleben zu bringen, rief er ein öffentliches Beschäftigungsprogramm ins Leben. In Kooperation mit heimischen Firmen. Das Programm läuft 12 Monate und kann bei Bedarf um weitere 6 Monate verlängert werden.

Die Bezahlung liegt zwischen Sozialhilfe und Arbeitslosengeld, die Beschäftigten sind kranken- und pensionsversichert. Das Programm war bisher recht erfolgreich. Aktuell sind dort 100.000 Leute tätig. 2016 waren es noch 218.000 Personen. Orbán investierte dafür im Vorjahr 282 Mio Euro.

Best-Note bei Arbeitslosenrate

In seiner Amtszeit gelang es Orban auch, die Arbeitslosigkeit deutlich zu reduzieren, sie liegt heute weit unter dem EU-Schnitt. Waren 2010 noch 11 Prozent der Ungarn ohne Arbeit ging die Zahl bis Anfang 2020 auf 3,7 Prozent zurück. Zwar traf die Krise auch unser Nachbarland hart, bislang gehen Wirtschaftsforscher aber von einem Anstieg von nur etwa 50.000-60.000 Arbeitslosen im ersten Monat aus.

Österreich steht nicht so gut da: mit aktuell 12,8 Prozent sind wir mittlerweile in der Gruppe der Länder mit den höchsten Arbeitslosenraten in Europa. Mit Ende April waren hierzulande 571.477 Menschen als arbeitslos gemeldet oder in Schulungen – plus 58 Prozent zum Vorjahresmonat. Seit Beginn der Krise verloren fast 200.000 Österreicher ihren Job, weitere 1,25 Millionen Menschen befinden sich in Kurzarbeit.