Über Österreich fegt derzeit ein wahrer Sturm der Gewalt. Im noch recht jungen Jahr wurden hierzulande bereits fünf Frauen brutal ermordet. In vier Fällen waren Messer die Tatwaffen. Ebenso häufig handelte es sich bei den Tätern um Männer, deren Wurzeln in fremden Kulturen liegen…

Doch viele Medien verschweigen die Nationalitäten und Religionen der Verdächtigen und schreiben oft nebulös von einem „Mann“, gelegentlich auch von „Südländern“. Als trauriger „Höhepunkt“ gilt hier sicherlich der Fall von 15. Jänner am Wiener Hauptbahnhof, wo der 21-jährige Eyob E., ein Afrikaner mit Wurzeln in Äthiopien, seine Schwester auf offener Straße tötete.

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Medien schützen Täter

In den Zeitungen des Mainstreams konnte man von einem „Spanier“ lesen (Täter und Opfer hatten dort einmal gelebt). In der Sendung „Report“ des mit Zwangsgebühren finanzierten „ORF“ wurde aus dem Afrikaner gar ein „Mann mit spanischen Wurzeln“. Ein pikantes Detail: Herbert Kickl sprach in einem Mail an die Kommunikationschefs aller Landespolizeidirektionen davon, dass über alle in der Öffentlichkeit stattgefundenen Sexualdelikte detailliert berichten werden sollte, dies sei im Interesse der Bevölkerung. 

Keine Erwähnung der ethnischen Zugehörigkeit

Entgegengesetzt dazu nahm jedoch ein von Polizeipräsident Gerhard Pürstl eingesetzter Fachzirkel – an dem auch beispielsweise der „Standard“ teilnimmt – die Arbeit auf, Richtlinien für menschenrechtskonforme Presseaussendungen der Polizei zu erstellen. In Deutschland ist die Lage natürlich nicht anders. Der Presserat empfiehlt dort: „In der Berichterstattung über Straftaten ist darauf zu achten, dass die Erwähnung der Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu ethnischen, religiösen oder anderen Minderheiten nicht zu einer diskriminierenden Verallgemeinerung individuellen Fehlverhaltens führt. Die Zugehörigkeit soll in der Regel nicht erwähnt werden“.

Ein Mann aus Südland

So wird in deutschsprachigen Mainstream-Medien wohl auch in Zukunft bei der Berichterstattung über Straftaten weiter von „ein Mann“, „Burschen“ und „Südländern“ die Rede sein, während Hintergründe wie Religion und Kultur, die aber eben gerade bei den meisten Frauenmorden eine entscheidende Rolle spielen, eisern verschwiegen werden.