Am gestrigen Donnerstag jährte sich der Atomunfall in Fukushima zum zehnten Mal. Die deutschen Grünen setzten sich mit einem Tweet in die Nesseln, bei denen sie – entgegen aller Fakten – etwas von 10.000 Toten faselten. Daraufhin wiesen diverse Kommentatoren die Partei auf diese Unwahrheit hin. Weit übers Ziel hinaus schoss dabei der auch für den ORF tätige „Wissenschaftserklärer“ Florian Aigner, der Corona für gefährlicher hält als Atom-Super-GAUs. 

Der Physiker und Journalist versuchte nämlich zwei seiner Steckenpferde in einen Tweet zu packen. Das wäre auf der einen Seite die komplette Gläubigkeit in die vermeintliche Gefährlichkeit von Corona – und auf der anderen seine persönliche Meinung, dass Atomkraft gar nicht so schädlich sei, wie das die Öffentlichkeit wahrnehme. Und es ist ein Narrativ mit System, denn eine ähnliche Behauptung stellte er nämlich bereits im Vorjahr zum Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl auf. Aber alles der Reihe nach…

Unseriöser und geschmackloser Vergleich

Am gestrigen Donnerstag gab er Einblick, wie sehr er sich vor der sogenannten Pandemie fürchtet. Denn es würden in nur „ein bis zwei Tagen“ an oder mit Corona in Europa mehr Menschen sterben wie an den Folgen des Reaktorunfalls in Tschernobyl. Dabei vergleicht er übrigens Äpfel und Birnen. Denn als Corona-Toter zählt jeder, der vier Wochen vor dem Ableben einen positiven Coronatest ablieferte – in Einzelfällen sogar Unfallopfer.

Unzählige Menschen, die Jahrzehnte nach dem Super-GAU in der damaligen Sowjetunion noch an Folgeschäden sterben, werden hingegen statistisch nicht als Strahlentote gezählt. Während die WHO nur 4.000 Todesfälle damit verbindet und nur 56 Fälle als gesichert ansieht, geht der TORCH-Report aus dem Jahr 2006 nämlich sogar von etwa 60.000 Folgetoten aus.

Wiederholtes Herunterspielen der Tschernobyl-Toten

Einen singulären Unfall und eine Krankheit vergleichen – ein starkes Stück für einen „Wissenschaftserklärer“. Es ist aber nicht das erste Mal, dass der Mann einen solchen Vergleich liefert. Schon im Vorjahr bezeichnete er die Tschernobyl-Toten als nicht epidemiologisch messbar und bezweifelte eine Übersterblichkeit. Übrigens: Diese ist auch bei Corona in diversen Regionen nicht messbar – und basiert auch dort, wo sie stattfand, in der Bewertung auf einem unseriösen Umgang mit Statistiken.

Kein Verständnis für Corona- oder Impf-Kritiker

Dass Corona möglicherweise weniger tödlich ist, als dies offiziell behauptet wird – bei gesunden Menschen unter 65 Jahren beträgt die Letalität einer Studie renommierter Forscher zufolge nur 0,01 Prozent – kommt dem Journalisten allerdings nicht in den Kopf. Im Gegenteil: Im Dezember unterstellte er prominenten Experten, die eine abweichende Meinung zum vorherrschenden Narrativ haben wie Dr. Sucharit Bhakdi allen Ernstes gegenüber dem ORF Unwissenschaftlichkeit – als Physiker gegenüber einem Mediziner.

Die offizielle Corona-Erzählung hält Aigner hingegen für „Fakten, über die man nicht diskutieren kann“. Gänzlich unkritisch steht der gebürtige Freistädter auch der Impfung würde es weiterhin Lockdowns geben – mindestens zwei Drittel müssten sich impfen lassen. Diese Haltung hat er auch nach einem Todesfall in Zwettl – er würde sich jederzeit sogar mit derselben Charge impfen lassen, ließ er die Twitter-Gemeinde wissen…