Viele Redakteure des ORF scheinen sich mehr als Volkserzieher denn als saubere Journalisten zu betrachten. Speziell die Sexualerziehung der Österreicher ist ihnen wichtig. Kaum ein Tag vergeht, wo nicht die Vorzüge von Trans- oder Homosexualität gepriesen werden. Auch in Corona-Zeiten darf das Thema Sex nicht fehlen. Hier informiert man die Zwangsgebührenzahler über neue Errungenschaften aus Kanada: Küssen weglassen, Gesichter nicht berühren – und am Besten beim Sex alleine sein. 

Ein Kommentar von Willi Huber

Theresa Tam, Leiterin der Behörde für öffentliche Gesundheit, gab ihre Erkenntnisse und Empfehlungen im Rahmen der vorgeblichen Corona-Pandemie ab. „Die sexuelle Aktivität mit dem niedrigsten Risiko ist jene, an der nur Sie alleine beteiligt sind“, erklärte die chinesischstämmige Medizinerin. Tam gilt als erfahren in Immunologie und Virologie. Sie arbeitet seit längerem als Expertin mit der WHO zusammen.

„Wer Sex mit jemandem habe, der nicht im eigenen Haushalt wohne oder zu den Coronavirus-Risikogruppen zähle, solle dabei einen Mund-Nasen-Schutz tragen“, zitierte der ORF die leitende Gesundheitsbeamtin. Dabei verzichtet der ORF auf die sonst inflationär verwendeten Einordnungen oder Adjektive. Ein „umstritten“ oder gar „skurril“ kommt den gegenüber Andersdenkenden sonst sehr kritischen Redakteuren nicht aus.

Wobei ein neutraler Nachrichtenstil, also die nüchterne Schilderung von tatsächlichen Ereignissen anstelle ideologischer Wünsche, beim ORF außerordentlich zu begrüßen wäre. Der Artikel über die kanadische Medizinerin fällt nur deshalb auf, weil Nachrichten ohne offensichtlichen politischen Unterton beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk ein besonders rares Gut geworden sind.

„Sex kann in Zeiten von Covid-19 kompliziert sein“ gab Tam zu bedenken. Man solle „auf Küsse verzichten, sich nicht im Gesicht berühren und eine Maske tragen“. Inwiefern die am meisten gefährdete Risikogruppe über 75 Jahren sich durch promiskuitiven Sex infizieren kann, verriet die Medizinerin nicht. Dabei fällt auf, dass es sich nach Alkoholverboten, Gesangsverboten und anderen Maßnahmen um einen weiteren Vorschlag handelt, der sich zum Teil mit den Regeln des fundamentalistischen Islam deckt. So erklärte der Spiegel im Jahr 2013: „Es gibt Religionsgelehrte, die meinen, man dürfe beim Sex nicht vollständig nackt sein. Andere sagen, es sei schon okay, solange die Partner einander nicht allzu genau anguckten.“ Nur die von Tam vorgeschlagene Selbstbefriedigung gilt bei unseren arabischen Freunden als streng verboten.

Nicht der erste Vorschlag dieser Art

Es handelt sich übrigens nicht um den ersten Vorstoß dieser Art. Sex zu Corona-Zeiten mit Gesichtsmaske wurde bereits von der britischen NGO „Terrence Higgins Trust“ vorgeschlagen. Diese ist mit George Soros Open Society Foundation verbunden. In Deutschland fordert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung schon länger das „AHA-Prinzip“ beim Sex: Abstand, Hygiene und Alltagsmasken. Das links regierte New York empfiehlt dasselbe in der Richtlinie Safer Sex and Covid-19. Aber das sind wahrscheinlich alles nur Zufälle.