Die geplante Enttarnung von Gerald Knaus als angeblicher Soros-Lobbyist durch ein ungarisches Medium schlägt derzeit hohe Wellen. 

Der für die Denkfabrik „Europäische Stabilitäts-Initiative“ (ESI) tätige Knaus ist im ORF so etwas wie der Experte für alle Lebenslagen, wenn das Thema Migration wieder in der öffentlichen Debatte auftaucht. Dabei darf er aktuelle Entwicklungen einordnen und wirkt somit als wichtiger Akteur in der öffentlichen Meinungsbildung.

Soros-Netzwerk finanziert Aufträge maßgeblich

Weil sein Think-Tank in der Vergangenheit immer wieder Geldmittel von der Open Society Foundation und dem Open Society Institute aus dem Soros-Netzwerk ebkam, will die konservative ungarischen Zeitung „Magyar Nemzet“ jetzt belegen können, dass dieser nicht nur Günstling, sondern sogar „Dirigent“ ebendieses Netzwerkes rund um den 1930 just in Ungarn als György Schwartz geborenen US-Milliardär George Soros.

Abgerechnet wird übrigens offenbar pro Projekt. Zu weiteren Förderern der Arbeit von ESI und Knaus zählt die EU-Kommission, die Stiftung Mercator, der „German Marshall Fund“ und die Rockefeller-Stiftung. Damit stehen nicht nur mittlerweile in Berlin wohnende gebürtige Pinzgauer, sondern auch seine Financiers für ein ausgewiesen globalistisches Profil.

Treibende Kraft hinter umstrittenem Türkei-Deal

Knaus ist gerade europäischen Patrioten durch einschlägige Forderungen seinerseits kein Unbekannter. So gilt er als Hauptarchitekt des umstrittenen EU-Türkei-„Flüchtlingsdeals“, der seit dem Jahr 2016 immer wieder für allerlei außenpolitische Spannungen sorgt. Als er diesen initiierte, sah er die Zusammenarbeit mit der autokratisch regierten Türkei als „alternativlos“ an – und wollte damit eine drohende „Orbánisierung“ der EU damit verhindern.

Die Problematik, welche Kritiker als Erpressbarkeit Europas im Zusammenspiel mit Erdogan interpretieren, wurde Anfang März virulent, als der türkische Präsident die Scheunentore nach Griechenland öffnete und in wenigen Tagen zigtausende Migranten die EU-Außengrenze passierten. Als Lösungsansatz forderte Knaus kurz darauf, die prekären Migrantenlager auf den griechischen Inseln aufzulösen und die dortigen Migranten quer über Europa zu verteilen – Wochenblick berichtete.

Bezahlte ESI-Negativkampagne gegen Ungarn?

Die ungarische Zeitung lässt mit der Aussage aufhorchen, dass sie über Dokumente verfüge, welche belegen sollen, dass Knaus ausschließlich aus finanziellen Gründen Teil des Soros-Netzwerkes sei und nicht aus Überzeugung. Man will zudem in einer Serie von Artikeln legen, dass Knaus und dessen Think-Thank eine offensive Kampagne gegen Ungarn fahren würden.

In Reaktion auf diesen versteckten Vorwurf der Käuflichkeit teilte Knaus auf Twitter einen ESI-Bericht, der Ungarn und Polen seinerseits vermeintliche Verstöße gegen die Rechtsstaatlichkeit vorwerfen und erklärt sich damit die dortige Unzufriedenheit mit seiner Arbeit. Ob das die Optik aufbessern kann, werden allerdings wohl erst die weiteren Veröffentlichungen der „Magyar Nemzet“ zeigen…