Ein Kommentar von Georg M. Hofbauer

Dem Wundenlecken bei den Grünen wird viel Zeit gewidmet, der Noch-Kanzler Christian Kern darf sogar von einer Euphorie in seiner Partei sprechen. Originell. Welchen Grund Kern beim Morgenjournal-Interview auf Ö1 für diese Zuschreibung seiner Partei sieht, wird nicht hinterfragt. So laufen Interviews im Gebührenfunk am Tag nach der Wahl.

Werbung

Unterschied zu vorher, vor dem Desaster von Grün-Rot? Keiner. Warum auch? Sie können nicht anders, die Denkmuster der Wolfs, Leitners, Dittlbachers waren noch nie auf Ausgewogenheit konzentriert. Eher auf Blasenbildung.

Keine Konzentration auf Aufgewogenheit

Aber zur Ehrenrettung eines (zugegeben misslungenen) Versuches, das „Morgenjournal“ ausgewogen zu starten: Ein Beitrag mit einem Original-Ton von Wahlsieger Sebastian Kurz läuft einfach nicht an. Tja, die Technik beim ORF. Sowas! Kurze Entschuldigung, jedoch es wird nichts nachgereicht im ganzen Lauf der Sendung.

Warum ich auf dieser Sendung so herumreite? Weil es eben genau das widerspiegelt, was den ganzen Tag so läuft im Gebührenradio. Das den Eindruck erweckt, man hätte irrtümlich einen Live-Stream des Renner-Institutes erwischt. Zur Erinnerung: Das ist die politische Akademie der SPÖ.

Parteiakademie der Sozialdemokraten

Die Herren und Damen in den Redaktionsstuben verdeutlichen ihr Verständnis von Radiomachen (man kann getrost auch den Begriff Fernsehen einsetzen) laufend überdeutlich und erheben nicht einmal den Anspruch, ihre Gesinnung nur ansatzweise zu kaschieren, oder das zumindest zu versuchen. Im Gegenteil, die Propaganda wurde für mitdenkende und mitfinanzierende Hörer unaushaltbar.

Kostprobe: Nach Kurz-Interviews wurde regelmäßig in dieser Weise abmoderiert „aber inhaltlich war wieder nichts dabei“. So entstehen Bilder, manche nennen das Narrativ. Und weil diese Art der Berichterstattung über lange Zeit vom ORF beibehalten wurde und wird, zeigt das Wirkung. Auch an der Urne.

Was wäre die SPÖ ohne ORF?

Ich behaupte jetzt: Ohne die Propaganda der Gesinnungstäter im ORF hätte das Wahlergebnis ganz anders ausgesehen. Die SPÖ samt Kern wäre in ein wesentlich tieferes Tal gestürzt. Und hätte kaum noch einen Silberstreif in Aussicht.

+++Lesen Sie diesen und viele andere interessante Artikel in der neuen „Wochenblick“-Ausgabe (39/17, vom 19.10.2017), die HIER gratis und unverbindlich angefordert werden kann.+++