Fast 700 Meter über der Landeshauptstadt taucht der staunende Bürger in eine glückliche Vergangenheit ein. Unter hunderten Wanderern, Sportlern, Familien und Einzelpersonen fand sich nicht ein einziger mit regierungsverordneter Maske. Kam man mit den Menschen ins Gespräch, wusste keiner etwas Gutes über den Kanzler und sein Corona-Planspiel zu sagen. Jeder freute sich über ein paar Momente des Glücks in einer Zeit, wo kaum jemand weiß, wie es weitergehen wird.

Eine Reportage von Florian Machl

Viele Linzer wissen gar nicht, wie privilegiert ihre Stadt gelegen ist. Die Stadt liegt auf 266 Metern Seehöhe. Das Wahrzeichen, die Wallfahrtskirche am Pöstlingberg liegt auf 537 Metern. Und nur wenig weiter findet man den Lichtenberg auf bereits 927 Metern. Wunderbare Natur, spürbar frischere Luft und die wunderschöne Aussicht führen die Linzer häufig auf ihre Hausberge. Dort war die Welt stets in Ordnung, in Zeiten der behaupteten Corona-Pandemie ist sie es mit kleinen Abstichen noch immer. Wer das Glück hatte, dabei zu sein, konnte am Sonntag ein gutes Getränk bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel hoch über der Stadt genießen, während der Nachwuchs am beliebten Hang unter dem „Gasthaus zur Gis“ auf fürs Rodeln und Bob-Fahren perfekt hartem Schnee herumtollte. Sofern er seine Erfrischung selbst mitgebracht hatte oder sich mit Automaten zufrieden gab.

Dem Wirt bleiben da nur feuchte Augen

Die Linzer nennen den Lichtenberg „die Gis“ und fahren auch zur selbigen, viele machen sich jedes Wochenende auf den Weg. Namensgebender Grund ist die so genannte Giselawarte, ein im Jahre 1857 fertiggestellter Aussichtsturm, benannt nach einer Tochter des Kaisers Franz Joseph. Das Gasthaus, etwas darunter gelegen, ist ein beliebter Fixpunkt von Ausflüglern, Wanderern, Radfahrern und Mountainbikern. Doch momentan ist es geschlossen. Wie die gesamte Gastronomie des Landes wurde man auch hier zum Stillstand verdonnert, weil bekanntlich ja ein schlimmer Virus wütet. Damit der Virus nicht den Rest der Bevölkerung dahinraffen kann, befinden wir uns im dritten Lockdown. Da bleiben einem Wirt, der an einem so grandiosen Panorama angesiedelt ist, nur feuchte Augen. Die Besucher müssen sich mit drei Automaten begnügen – und einem Hinweisschild, dass leider auch kein Glühwein oder Punsch mehr verkauft werden dürfe. Der junge, kinderlose Bundeskanzler, der im gebügelten Maßanzug so ein tolles Bild abgibt, wünscht das so – auch wenn ihm sein teurer Beraterstab zum wiederholten Mal davon abriet.

Herr Kurz ist das Virus

Ich beantworte die Frage eines enttäuschten Herren Mitte Fünfzig damit, dass wir doch alle Verständnis haben müssten. Der schreckliche Virus, der gefährlichste seit mindestens 100 Jahren, würde uns sonst alle holen, wenn er jetzt einfach einen Glühwein trinke. Vielleicht, fügte ich hinzu, wäre aber der Kanzler selbst das schlimmste Virus, welches das Land befallen hätte. Der für mich wildfremde Herr grinste und nickte. „Ja, aber es wissen noch zu wenige.“ Ein Gastronom einer beliebten Bar aus der Linzer Innenstadt war gerade hinaufgeradelt. Ich frage ihn, wie es ihm ergangen ist. Vier Monate wäre sein Betrieb in diesem Jahr bereits stillgestanden. Dabei hätte er noch Glück gehabt, denn zumindest die versprochenen „Förderungen“ wären bei ihm eingetroffen. Ein „gutes Jahr“ wäre das aber bestimmt nicht gewesen. Und andere Wirte hätten nicht so viel Glück gehabt, er wisse von einem, der seine Gastronomie neben der Landwirtschaft betreibe. Da wäre noch überhaupt kein Geld geflossen.

Das Corona-Märchen ist am Fuß des Berges geblieben

Menschen aller Bevölkerungsschichten und Altersklassen tummelten sich auf der Gis, besonders ausgelassen natürlich der Nachwuchs. Masken trug keiner, von Angst vor einer angeblichen Pandemie war nichts zu spüren. Hier ist die Lüge deutlich greifbar, welche das Land mit immer absurderen Auswüchsen von Maßnahmen überzieht. „Sinnlose Maßnahmen“, hört man einige Wanderer plaudern. Das Märchen von der Jahrhundertpandemie ist allgegenwärtig und doch am Fuße des Berges zurückgeblieben. „Heute ist es hier, wie es wohl auch vor hundert Jahren war“, höre ich einen Herren zu seiner Familie sagen. Damit hat er wohl Recht, nur die vielen Autos, die sich den Berg hinauf und hinab stauen gab es damals noch nicht. Ausgelassener Winterspaß, Kinder mit vor Kälte roten Backen die unterschiedlichste Schlitten und Rutschgefährte hinter sich herziehen, fliegende Schneebälle und erste Schnee-Iglus: All das ist zeitlos.

Zurück zu dem, was wirklich wichtig ist

So sehr unser Land vom Wahnsinn globalistischer Pläne zum Umbau der Weltordnung  in Atem gehalten wird – hier kann man pausieren, durchschnaufen und den Gedanken zulassen, dass vielleicht doch nicht alles so schlimm ist, wie es in den Medien behauptet wird. Medien, die es nicht bis auf den Berg geschafft haben – denn viele Handys haben hier keinen Empfang, Zeitungen, Radios und Fernsehgeräte gibt es nicht – schon gar nicht wenn man beim Wirt vor verschlossener Tür steht. Es ist ein Zurück zur Natur, zu dem was wirklich wichtig ist, wie jüngst auch der beliebte Kabarettist Roland Düringer bei einer viel beachteten Gesprächsrunde zum Thema Kunst in Zeiten der Coronakrise ausführte. Was man für das Herz, die Seele, das Menschsein braucht, kommt nicht aus dem Fernseher. Vielleicht entdeckt man es aber mit Freunden oder seiner Familie am Berg, vielleicht auch alleine bei einer stillen Wanderung durch die endlosen Wälder des Mühlviertels.