Ein Mann und eine Frau entwendete heute Mittag in Oslo einen Krankenwagen. Die Täter waren bewaffnet und versuchten mit dem gestohlenen Fahrzeug eine hollywoodreife Flucht. Mindestens sieben Personen wurden bei der rücksichtslosen Fahrt verletzt, für die auch Gehsteige benutzt wurden. Darunter eine Mutter mit sieben Monate alten Zwillingen. 

Das Rettungsfahrzeug war zu einem Unfall in der Nähe unterwegs, als es von dem Bewaffneten gestoppt wurde. Der tatverdächtige Mann trug militärisch anmutende Kleidung und eine Schutzweste. Er war zumindest mit einer Schrotflinte bewaffnet. Zeugen sprachen zu diesem Zeitpunkt von einem zweiten Täter, möglicherweise einer Frau.

Auf seiner rasanten Flucht hätte der Krankenwagen auch einen Gehsteig benutzt. Dabei wurden sieben Personen verletzt, darunter ein älteres Ehepaar und eine Mutter mit Kinderwagen, in dem sich Zwillinge befanden. Eines der Kinder wurde dabei leicht verletzt, zum Zustand des zweiten gibt es noch keine Informationen.

Die Fahrzeugentführung wurde laut Medienberichten durch einen anderen Krankenwagen beendet, welcher das Fahrzeug des Täters rammte. Danach soll es zu einem Schusswechsel mit der Polizei gekommen sein. Eventuell habe auch nur die Polizei Schüsse abgegeben. Der 32-jährige Mann wurde dabei nicht verletzt und konnte vor Ort verhaftet werden. Er besitzt die norwegische Staatsbürgerschaft.

Nach kurzen Ermittlungen konnte seine mutmaßliche Mittäterin, eine 25-Jährige Frau mit norwegischen Papieren verhaftet werden. Zeugen hatten sie als „unter Drogen stehend“ beschrieben. Beide Täter gelten als polizeibekannt.

Im Krankenwagen fanden die Ermittler neben der Schrotflinte auch eine Maschinenpistole der Marke Uzi. Nach ersten Auskünften der Polizei geht man davon aus, dass sich die beiden Täter in einem rechtsgerichteten Umfeld bewegt hätten. Es wäre aber noch zu früh, um gesicherte Informationen über das Motiv und die Hintergründe verlautbaren zu können. Es gäbe zur Zeit auch keine Hinweise, dass es sich um einen Terroranschlag handelte. 

Ebenso möglich wäre, dass es sich um Kriminelle auf der Flucht handelte. Wie die Polizei am Nachmittag erklärte, wäre dem Raub des Krankenwagens ein Verkehrsunfall vorhergegangen. Dabei landete ein schwarzer PKW auf dem Dach, nachdem er wegen stark überhöhter Geschwindigkeit von der Straße abgekommen war. Zeugen gaben an, dass in diesen Unfall zwei Personen verwickelt waren. Der Fahrer dieses PKWs soll auch die Person sein, welche die aus drei Personen bestehende Besatzung des Krankenwagens mit Waffengewalt zur Überlassung des Fahrzeuges zwang.