Der US-amerikanische Milliardär George Soros will jetzt in Deutschland investieren, um den Aufstieg der AfD zu verhindern. In Ungarn wurde seine Open-Society-Foundations, die sich für eine offene Gesellschaft mit offenen Grenzen einsetzt, bereits vom ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban verbannt.

„Wir schauen uns die Möglichkeiten an, Akteure im Osten Deutschlands, die unsere Werte teilen, zu unterstützen“, erklärte Selmin Caliskan, die Direktorin der Open Society Foundations, in Berlin.

Die Grünen als „einzig konsequent pro-europäische Partei“

Laut „Welt“ überlegt der US-Milliardär George Soros sich mit seiner Open-Society Foundations in Ostdeutschland zu engagieren, um dem Erstarken der AfD entgegen zu wirken. „Im ersten Schritt werden wir im Osten Berlins und Umgebung zusammen mit Partnern vor Ort eine lokale Initiative zur Bekämpfung von Hassverbrechen ins Leben rufen“, so Caliskan.

Auf der Online-Plattform „Project Syndicate“ schrieb Soros bereits im Februar einen Essay folgend: „Die Grünen haben sich zu einzigen konsequent pro-europäischen Partei im Lande entwickelt, und sie legen in den Meinungsumfragen weiter zu, während die AfD ihren Zenit erreicht zu haben scheint.“

In Ungarn geächtet, in Österreich geehrt

Vor wenigen Tagen bekam der 89-jährige Milliardär in Wien für sein „Engagement für die Freiheit und die Förderung der Wissenschaft“ den Schumpeter-Preis 2019. Überreicht wurde der Preis der Schumpeter-Gesellschaft vom scheidenden Nationalbankgouverneur Ewald Nowotny. Laut „Kleiner Zeitung“ würdigte Nowotny in seiner Rede die Förderung einer weltweiten „offenen Gesellschaft“ durch Soros Open Society Foundations. Der gebürtige Ungar gilt hingegen in seiner Heimat als „Staatsfeind Nr.1“. Die Regierung in Budapest wirft Soros vor, er würde mit seinem politischen Engagement gezielt Millionen Migranten nach Europa locken. Seine „Central European University“ wurde geschlossen und siedelte nach Wien, seine Stiftung wurden letztes Jahr ebenfalls nach Berlin verlegt.