Zum Sechzigsten Mal, seit 2015, räumte die französische Polizei jetzt erneut das provisorische Migranten-Lager im Viertel Porte d’Aubervilliers in Nord-Paris, das sich immer wieder neu formiert. Diesmal betraf es über 1.400 Personen, davon 93 Kinder. Sie wurden in 15 Schulgebäuden untergebracht, während ihre „Unterkünfte“ mit schwerem Gerät entfernt wurden. Der Polizeipräfekt des Viertels will dort nun Überwachungskameras installieren, um eine Wiedererrichtung zu verhindern.

Ein Bericht von Kornelia Kirchweger

400.000 Illegale allein in Seine-Saint-Denis

Eine ähnliche Situation gibt es auch in anderen Problemvierteln von Paris. Im Problemviertel Seine-Saint-Denis leben schätzungsweise 400.000 illegale Migranten.

Gewalt gegen Pro-Migrations-Mitarbeiter

In La Chapelle war bis 2018 der Pro-Migrations Verein „Solidarité Migrants Wilson“ tätig und versorgte, gut meinend, rund 700, vorwiegend afrikanische Migranten, mit Essen und Gebrauchsgütern. Statt eines Dankeschöns ernteten die Wohltäter aber zunehmend Drohungen und Gewalt. Sie mussten ihre Aktivitäten einstellen. Auch dieses Lager wurde letzten Juni von der Polizei geräumt. Es füllte sich rasch wieder und auch Drogensüchtige kamen dazu. Damals sprach man von einem wöchentlichen Zulauf von jeweils rund 500 Migranten.

Taxifahrer ändern Route: Touristen sollen das nicht sehen…

Taxifahrer meiden bei ihrer Fahrt vom Flughafen zumeist die Gegenden, wo obdachlose Migranten in provisorischen Unterkünften leben. Man will die Touristen nicht „schockieren“. „Den ersten Eindruck den sie bei ihrer Ankunft in Paris, der schönsten Stadt der Welt, haben – sind Zelte, Flüchtlinge und Drogensüchtige“, sagte ein Fahrer. Nur wenn unbedingt nötig, nehme er die Route über La Chapelle. Früher sei die Situation hier schlimm gewesen, jetzt sei sie gefährlich: es komme vor, dass diese Leute die Autotür öffnen oder die Scheiben einschlagen.

Andere Taxifahrer wiederum bringen ihre Gäste bewusst in diese Zonen, und erklären den Touristen, was da los ist.