Das lässt viele Einheimische staunen: Eine Anfrage an die Stadtgemeinde Meran (Süd-Tirol) ergab, wofür der dortige Integrationsbeitrag in Höhe von 57.000 Euro bisher wirklich ausgegeben wurde: So etwa für eine Partner-Vermittlung, Streetworker sowie für einen Fotografiekurs. Jetzt hat die Presseabteilung der Stadtgemeinde Meran reagiert und widerspricht dem Vorwurf, es handele sich um eine Partner-Vermittlung!

Pikant: Die Beantwortung der Anfrage listet eine Vielzahl an geförderten Aktivitäten auf, die etwa „Integrationsprojekte rund um das Restaurant African Soul“ oder die Finanzierung von Streetworkern, um „Kontakte zu Jugendlichen mit Migrationshintergrund am Rande der Gesellschaft aufzubauen“, umfasst.

„Intercultural Cafe“

Auch ein Fotografiekurs wurde angeboten. Besonders aber fällt ein Punkt auf:

Das Projekt „Intercultural Cafe“ umfasst mehrere Informationstreffen, aber auch das Kontakte-Knüpfen zwischen Personen unterschiedlicher Kulturkreise. Die Zielgruppe der Treffen sind dabei insbesondere Frauen. Kurz gesagt: Eine Partner-Vermittlung für Asylanten beziehungsweise Einwanderer.

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Bürgermeister putzt Migrant Schuhe

Der Gemeinderat der Süd-Tiroler Freiheit Meran, Christoph Mitterhofer, der die Anfrage an die Stadtgemeinde gestellt hatte, sieht darin eine Verschwendung öffentlicher Gelder.

Meran steht nicht zum ersten Mal aufgrund des unkonventionellen Umgangs mit Asylwerbern in der Kritik. Im Februar 2017 hatte der grüne Bürgermeister Paul Rösch bereits Schlagzeilen gemacht, als er unter dem Motto „Alle Menschen sind gleich“ einem Einwanderer die Schuhe geputzt hatte.

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NACHTRAG 4. April 2018

Inzwischen hat sich die Gemeinde Meran beim „Wochenblick“ gemeldet. 

Sie betont: „Die Gemeinde Meran bezahlt keine Partnervermittlung für Migranten.
Beim Projekt ‚Intercultural Cafè‘, für dessen Ausrichtung die Urania
Meran einen Beitrag der Gemeinde Meran erhalten hat, handelt es sich wie
in der Antwort auf die Anfrage von des Gemeinderats Christoph
Mitterhofer beschrieben um ein Informationsangebot.“

„Ort des Austauschs“ statt Partnervermittlung

Das Projekt stelle – entgegen Medienberichten – keine Partnervermittlung dar, sondern „einen Ort des Austauschs für Menschen aus anderen Kulturkreisen“. „Bei dem Projekt geht es darum, einen Ort des Austauschs für Menschen aus anderen Kulturkreisen zu schaffen, der einfach und ohne große Hindernisse zugänglich ist und wo sie im persönlichen Kontakt mit interessierten Mitmenschen Antworten auf alltägliche Probleme und Fragen erhalten sowie ihre Erfahrungen schildern können. Mit einer Partnervermittlung hat das Ganze überhaupt nichts zu tun“, betont ein Sprecher der Gemeinde.