Eigentlich sind es ja keine Verbote – sondern sogar „Gebote“ – die Bildungsminister Heinz Faßmann (auf ÖVP-Ticket) den Studenten nahelegt. Diese sind allerdings so weitreichend, dass an einen normalen Studienalltag nicht zu denken ist. 

Studenten haben es nicht immer leicht, ihnen geht der Ruf als Partylöwen voraus, die auf Kosten des Steuerzahlers in den Tag hinein leben. Andere kritisieren sie für die teilweise weltfremden Ansichten, die auf so manchem Uni-Campus mehrheitsfähig sind. Gleichzeitig erwartet man von ihnen hohe Leistungsfähigkeit, um eine Stütze der Gesellschaft in den kommenden Jahrzehnten zu werden. Ganz sicher nicht spaßig wird der Uni-Alltag im neuen Semester werden.

Totale Kontrolle und Maskenpflicht im Hörsaal?

Die von der türkis-grünen Regierung als Allheilmittel eingesetzte Maskenpflicht gilt in allen Uni-Gebäuden.  Offiziell greift diese Empfehlung zwar nur, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Angesichts zahlreicher seit Jahren überlaufener Studien wird dies vielerorts allerdings nicht optional bleiben. An der TU Wien soll sie dabei sogar in den Lehrveranstaltungen gelten.

Innerhalb dieser wird es dann kompliziert. Denn die Veranstaltungen sollen teils vor Ort, teils digital und teils in Mischformen abhalten – die Entscheidung obliegt den Unis. Bei Präsenzveranstaltungen haben Studienanfänger Vorrang; ebenso Laborübungen und Praxis-Kurse und Praktika. Hörsäle dürfen maximal zur Hälfte ausgelastet sein, die Sitzplätze sollen markiert werden. Parallel gibt es in vielen Fällen eine Online-Alternative, wie die Krone berichtet.

Bibliotheken nur eingeschränkt nutzbar

Während man hier wohl darauf spekuliert, dass viele Studenten sich über das Lernen aus der Distanz freuen, gibt es auch bei Prüfungen wohl eine Mischform mit ähnlichen Regeln. Mit der Studienlektüre wird es dann aber knifflig: Für die Ausleihe kann man die Bibliothek ganz normal nützen – aber bei Lesesälen und Lernzonen gilt eine Voranmeldepflicht. Dies benachteiligt vor allem arbeitsintensive Studiengänge mit einem großen Festbestand an nicht entlehnbarer Literatur.

Partyverbote in vielen Heimen

Ganz besonders im Visiert hat man aber die Feierlaune der Studenten, vor allem in den Studentenheimen. Der „Leitfaden für den geregelten Hochschulbetrieb“ rat nämlich von Partys ab. Wörtlich steht darin: „Im Sinne eines eigenverantwortlichen Handelns ist es unverantwortlich, in dieser aktuellen Risikolage ein solches Event zu veranstalten.“

Vor diesem Hintergrund haben diverse Heimträger ihre Partyräume entweder schon gesperrt – oder ein Partyverbot erlassen. Die Sanktionen sind unbekannt, aber es ist davon auszugehen, dass eine Zuwiderhandlung den Heimplatz bedrohen kann. Aus Sicht der Mächtigen geht die Hauptgefahr also nicht von großen türkischen Hochzeiten, sondern von feiernden Studenten aus…