Zur Wien-Wahl ist rund ein Drittel der Stadtbewohner nicht wahlberechtigt. Sie sind Ausländer. SOS-Mitmensch veranstaltet deswegen die „Pass Egal Wahl“. Dieses Mal gaben 1.546 Nicht-Wahlberechtigte im Zuge dieser ihre Stimme ab.

Nach nur zehn Jahren rechtmäßigen Aufenthalts in Österreich können Ausländer die Staatsbürgerschaft erhalten. In Wien ist trotzdem ein Drittel nicht wahlberechtigt. Linke Organisationen fordern stets, dass auch Ausländer wählen dürfen sollen. Geht es nach ihnen, so soll jeder, der in Österreich wohnt, aktiv die Politik mitbestimmen können.

Wie das Wahlverhalten dieser nicht-wahlberechtigten Ausländer aussehen würde, zeigt das Ergebnis der Pass Egal Wahl. Linke Parteien dominieren, rechte Parteien haben gar keine Chance.

Noch mehr Türken, Afghanen und Syrer

Bei der vergangenen Wien-Wahl 2015 hatten noch 1.233 Teilnehmer ihre Wahlkarte an Ausländer verschenkt. In diesem Jahr waren es gleich 1.546. SOS-Mitmensch feiert diesen neuen Rekord. Der ORF berichtet: „Bei der diesjährigen Wahl kamen die Wählerinnen und Wähler aus 86 Nationen. Am stärksten vertreten waren Menschen mit deutschen, afghanischen, türkischen, syrischen und italienischen Pässen.“

Dirk Stermann fühlte sich diskriminiert

Beworben wurde das ganze auch von Comedian Dirk Stermann. Auch er fühlt sich durch das österreichische Wahlrecht diskriminiert. Der Deutsche lebt seit 32 Jahren in Wien und hätte sich auch um die österreichische Staatsbürgerschaft bemühen können. Doch die Rolle des „Diskriminierten“ gefällt ihm und so wählte auch er bei der „Pass Egal Wahl“ mit.

Rechte Parteien scheiterten alle an 5-Prozent-Hürde

ÖVP, FPÖ, NEOS, Team HC und Bierpartei scheiterten bei der Ausländer-Wahl an der 5-Prozent-Hürde. Interessant ist, dass auch die Ausländerpartei SÖZ nicht von der Wahl profitieren konnte. Sie demonstrierte kürzlich für die Aufnahme von noch mehr Asylwerbern. Auch sie scheiterte.