In diesem Jahr wäre die österreichische Film-Legende Paul Hörbinger 125 Jahre alt geworden. Gestorben ist der in Budapest geborene Schauspieler am 5. März 1981 im Alter von 87 Jahren in Wien, aber in der Erinnerung vieler Menschen lebt er bis heute fort.

In insgesamt mehr als 300 Filmen verkörperte Hörbiger meist den Prototyp des gemütlichen Wieners. Zum Schauspiel fand der Weltkrieg 1-Oberleutnant schon im Jahr 1919 und von da an ließ ihn das Metier nicht mehr los: Bereits Ende der 1920er-Jahre wirkte er in 23 Stummfilmen mit und 1930 folgte sein erster Tonfilm mit dem Titel „2 Herzen im Dreivierteltakt“.

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Auftritte im Welser Freiluft-Theater im Volksgarten

Auch in der Zeit des 2. Weltkriegs spielte Paul Hörbiger in einer Reihe von Filmen mit österreichischer Thematik und wurde dabei überaus populär. Nach Kriegsende im Mai 1945 musste sich auch Hörbiger nach der Decke strecken und jedes Engagement annehmen, das sich ihm bot. Weil beispielsweise in Wels, das in der amerikanischen Zone lag, im Herbst 1945 schon wieder Theater gespielt wurde, kreuzte auch er eines Tages dort auf. Dabei war er in bester Gesellschaft, denn auch Johannes Heesters und die Schauspielerin Hilde Hagen, die spätere Frau von Peter Alexander, sind im provisorischen Welser Freiluft-Theater im Volksgarten aufgetreten.

„Salzburger Nockerln“ und leckere Schmankerl

Da das „Greif“-Theater, dessen Saal nach einem Bombardement der US-Air-Force noch immer in Trümmern lag, nicht benutzt werden konnte, ließ der damals bekannte Impressario Adolf Wollmarker hinter der Volksgartenhalle kurzerhand eine Spielanlage errichten. Zur Eröffnung wurde Fred Raymonds Operette „Salzburger Nockerln“ gegeben. Dabei waren neben bekannten Schauspielern auch ein großes Orchester, ein großer Chor und ein Ballett im Einsatz. Paul Hörbiger, der sich für die not leidenden Kinder in Wien engagierte, wo es im Herbst 1945 kaum was zu essen gab, staunte in Wels über die relative gute Versorgung und schwärmte über seinen Besuch in der oö. Stadt an der Traun: „Da wurden uns Gerichte vorgesetzt, die wir Wiener nicht einmal mehr vom Hörensagen kennen.“

Durchbruch bei Filmkarriere

Das bestätigte auch der Welser Jens Dichtl. „Während man in Wien noch russische Erbsen aß, die dort noch das Hauptnahrungsmittel waren, feierte man bei uns vereinzelt schon Hausbälle, bei denen bereits toll getafelt wurde“, erinnerte er sich Jahre später und bestätigte damit Hörbigers Eindruck. Als die Zeiten wieder besser wurden, setzte Hörbiger seine frühere Filmkarriere erfolgreich fort und hat sich im letzten Drittel seines Leben noch in der TV-Serie „Der alte Richter“ auch in die Herzen so mancher Nachkriegsgeborener gespielt.