Im November 2019 warnte der Streamingdienst Disney+ seine jungen Zuschauer plötzlich vor „Das Dschungelbuch“, „Dumbo“ und „Peter Pan“. Die Titel enthielten angeblich „veraltete kulturelle Darstellungen“ (Wochenblick berichtete). Die folgende Warnung wird seitdem im Vorspann der Kinderfilme eingeblendet: „Dieses Programm enthält negative Darstellungen und/oder eine nicht korrekte Behandlung von Menschen oder Kulturen. Diese Stereotype waren damals falsch und sind es noch heute.“

Die kulturelle Darstellung ist nicht veraltet, sie ist nicht mehr erwünscht, das ist ein Unterschied. Peter Pan steht jetzt in Großbritannien auf dem Index und Kinder unter 7 Jahren können den Film nicht mehr aufrufen, Erwachsene können die Film aufrufen, allerdings mit der obigen Warnung. Der Zensur zum Opfer fielen weiterhin „Aristocats“, „Dumbo“ und das beliebte „Dschungelbuch“. Die Filme sollen nach neuer Logik für Kinder unter 7 Jahren nicht geeignet sein. Was gestern noch normal war, ist morgen vielleicht schon verboten.

Wunderschöne Kindheitserinnerungen – gelöscht

Ende Januar 2021 wurden die Filme dann plötzlich ohne Ankündigung aus dem Kinderprogramm entfernt.

Peter Pan ist laut Orwell’schem Neusprech nicht mehr geeignet, da Indianer im Film als Rothäute bezeichnet werden und ein Lied von der Frage handelt „Warum ist die Rothaut rot?“. Die Anspielung bezieht sich auf das Erröten, wenn sich ein Mensch verliebt und sollte zeigen, dass Liebe keine Grenzen kennt, auch keine Hautfarben. Die Zensoren der heutigen Zeit achten hingegen sehr wohl auf Coleur. Hautfarben und deren Erwähnung sind ihnen ein Dorn im Auge. Individuelle Unterschiede sind nicht mehr erwünscht. Die Zensoren der neuen Orwell’schen Welt sind für Liebe blind.

Ziel der Zensur ist wohl, dass Kinder heute schnell erwachsen werden sollen, während alle Generationen vor ihnen durch Peter Pan lernen durften, was es bedeutet, die spielerische Art nie zu verlieren und sich immer daran erinnern zu können, was es bedeutet, Kind zu sein.

Im Film „The Aristocats“ von 1970 stören sich die Gleichmacher an einer siamesischen Katzenfigur namens Shun Gon, deren schräge Augen und hervorstehende Zähne als Klischee für ostasiatische Menschen dient.

Der Kinderfilm „Dschungel der 1000 Gefahren“ (Swiss Family Robinson) von 1960 wird wegen Piraten mit gelben und braunen Gesichtern als ungeeignet für Kinder erklärt. Die Schweizer Familie Robinson (Eltern und drei Söhne) spielt Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Familie erleidet Schiffbruch und strandet auf einer einsamen Tropeninsel. Die Robinsons müssen sich mit den Gefahren der Natur auseinandersetzen und sich gegen Angriffe durch Piraten wehren. Im Film erfährt der Zuschauer Näheres über die Besonderheiten der Sonne am Äquator, über Wale und andere Tierarten und auch über unterschiedliche Kulturen. Letzteres führt bei Zensoren heute jedoch zu Schnappatmung. Kinder sollen keine Unterschiede zwischen Kulturen mehr lernen, sie sollen damit aufwachsen, dass alle Menschen auf der Welt gleich sind und wir alle die gleiche Geschichte haben. Kulturen sollen verschwinden.

Zensoren verdrehen Bedeutungen ins Gegenteil

Dumbo erschien 1941 und handelt von einem liebenswerten fliegenden Elefanten. 2021 stören sich die Zensoren an einem Lied, das die Elefanten singen, während sie ein Zirkuszelt aufbauen. Die Elefanten singen, dass sie nicht schreiben und lesen gelernt haben und sollen Stereotype von Schwarzen darstellen. Disneys Intention dahinter war ursprünglich, durch das Lied auf die Situation von Schwarzen aufmerksam zu machen. Bis zum 6. August 1965 durften Schwarze an Wahlen in den Vereinigten Staaten nämlich nur teilnehmen, wenn sie vorher einen Lese- und Rechtschreibtest absolviert und bestanden hatten. Zwar gab es schon Gesetze, die es Schwarzen erlaubte, an Wahlen teilzunehmen, jedoch war die Wahlmöglichkeit eben an Bedingungen geknüpft. Es war Martin Luther King, der einen Protestmarsch organisierte, wodurch der Druck auf die Politik so immens stieg, dass die Verfassung der USA geändert wurde, so dass Schwarze von nun an bedingungslos an Wahlen teilnehmen durften. An dem Protestmarsch in Washington am 28. August 1963 beteiligten sich mehr als 250.000 Menschen, darunter 60.000 Weiße.

Disneys Intention mit dem Film, der spielerisch und liebenwert auf diesen Zustand hinweisen wollte, wird heute komplett ins Gegenteil verdreht. Dahinter steckt der Great Reset, der uns den Faschismus in entnazifiziertem Kontext zurückgebracht hat, in diesem Fall unter dem Begriff „Cancel Culture“ = „Geschichte auslöschen“ (siehe auch dieser Artikel).

Zensur im Fahrwasser des Great Reset

Der „Great Reset“ beinhaltet unter anderem auch die Beseitigung von Vorteilen, was dazu führen soll, dass auch Vorurteile verschwinden sollen. Alle Menschen weltweit sollen gleich werden, ohne Unterschiede, ohne Kultur, ohne Vergangenheit. Unabhängig von der Ethnie, Herkunft, Hautfarbe und Geschichte, wird die Geschichte aktuell geändert, umgschrieben und den Ideen und Vorstellungen einiger weniger, die sich dazu berufen fühlen, es besser als alle andere zu wissen, angepasst. Schon seit einiger Zeit ist zu beobachten, dass Bücher umgeschrieben oder Filme neu verfilmt werden, um sie der Gleichschaltung anzupassen. War Arielle die Meerjungfrau gestern noch weiß, gibt es jetzt auch eine Arielle in schwarz. Ritter, Edelleute und Könige in der Geschichte werden auf der Leinwand plötzlich ebenfalls schwarz dargestellt. Was den Kommunisten erfreut, erstaunt den Freidenker. Klischees sollen verschwinden, Witze darüber erst recht. Monty Python wäre heute verloren.

„Mr. Bean“ Rowan Atkinson machte im Januar noch darauf aufmerksam, dass die „Cancel Culture“ faschistische Züge aufweist. „Entweder man ist Teil des Kollektiv oder wird als Feind dargestellt.“

Moderne Bücherverbrennung

Nie zuvor waren Bücherverbrennungen einfacher als heute. Ein Klick im Netz, ein Verbot an diverse Buchhändler und ein Werk verschwindet aus der digitalen Welt. Ein unerwünschte Autor wird bei Facebook gesperrt, bei YouTube darf er keine Videos mehr veröffentlichen, oder sich nicht damit den Lebensunterhalt mittels Monetarisierung verdienen. Unsere Geschichte wird umgeschrieben. Es soll mehr Gleichheit dargestellt werden, um das kollektive Bewusstsein zu stärken.

Das Individuum ist nicht mehr relevant, Geschichte wird hinfällig. Schwarze sollen nicht mehr wissen, dass es die Weißen waren, die die Sklaverei beendeten. Weiße sollen sich schuldig fühlen. Dabei ist Sklaverei vermutlich so alt wie die Menschheitsgeschichte und wurde von allen Völkern, Kulturen und Zivilisationen seit jeher praktiziert. Noch ehe die ersten Europäer Sklaven verschifften, hatten Muslime bereits hunderte Jahre mittels Sklaverei ihren totalitären Herrschaftsanspruch auf dem afrikanischen Kontinent ausgeweitet und Abermillionen von Schwarzafrikanern entführt und versklavt.

Vergessene Geschichte

Doch waren es nicht nur Muslime, die Menschen raubten und in die Sklaverei verkauften. Die Ureinwohner Afrikas selbst spielten eine tragende Rolle, da sie andere Stämme – ihre eigenen Landsleute brutal angriffen, verschleppten und anschließend an Ägypter, Chinesen, Inder, Araber oder später an Europäer verkauften. Afrika hatte einen florierenden Sklavenmarkt, lange bevor Europäer den Kontinent betraten.

Mittels „Cancel Culture“ wird heute Idee verbreitet, die Europäer hätten die Sklaverei nach Afrika gebracht, was nicht korrekt ist. Die Völker des Abendlands haben die Entstehung dieser Praktiken nicht zu verantworten, im Gegenteil, die Sklaverei wurde ausschließlich von ihnen vor über 100 Jahren beendet!