Sterbehilfe

Bereits am 16. November hätte der Betrieb in der alten Wehrleklinik in Salzburg starten sollen. Das ehemalige Privatspital soll Bewohner von Seniorenwohnheimen versorgen, die einen moderaten Krankheitsverlauf haben und in ihren Einrichtungen nicht ausreichend abgeschirmt werden können. Das AMS und das Land Salzburg arbeiten daran, Asylwerber für die Pflegetätigkeiten zu engagieren.

Dass die Regierung bis dato keine Strategie für die Risikogruppen vorgelegt hat, kommt Österreichs Alten besonders teuer zu stehen. Die meisten „Corona-Toten“ werden in Seniorenheimen verzeichnet. Weil es an diplomierten Pflegekräften fehlt, will man in Salzburg Asylwerber mit der Pflege der Corona-infizierten älteren Semester betrauen.

Ähnlich wie Saisonarbeiter im Tourismus?

Da Pflegeberufe mittlerweile auf der Liste der Mangelberufe stünden, könne man eine Regelung ähnlich wie bei Saisonarbeitern im Tourismus finden, erklärte Andreas Eichhorn, Leiter der Sozialabteilung des Landes in den Salzburger Nachrichten. Das AMS setzt sich gemeinsam mit der Sozialabteilung dafür ein, eine entsprechende Sonderregelung zu finden. Asylwerber die sich mitten im Verfahren befinden, dürfen in Österreich aufgrund ihres unsicheren Aufenthaltsstatus nicht arbeiten. Ausnahmen ergeben sich durch die Liste der Mangelberufe. Vor allem die Hotellerie profitiert von günstigen Arbeitskräften aus dem Ausland und nimmt diese Ausnahme gerne in Anspruch.

Altenpfleger von morgen? Corona-infizierte Senioren könnten in Salzburg bald von Asylwerbern gepflegt werden:

Asylwerber hatte bereits Vorstellungsgespräch

Ein Asylwerber hatte bereits ein Vorstellungsgespräch. Seit Jahren warte er auf den Ausgang seines Asylverfahrens. Er habe die Zeit genützt und währenddessen die österreichische Pflegeausbildung absolviert, berichteten die Salzburger Nachrichten.

Ältere sind meist wehrlos: Neuer Leumund eingeführt

Die Pflege und Betreuung älterer Personen ist ein besonders sensibler Bereich. Oft sind die Patienten geschwächt, beeinträchtigt und wehrlos gegenüber jüngeren Personen. Seit 1. Juli des Jahres kann deswegen eine spezielle „Strafregisterbescheinigung für Pflege und Betreuung“ beantragt werden.

Asylwerber: Identität oft unbekannt

Für Asylwerber spielt das jedoch eine geringe Rolle. Viele von ihnen sind erst 2015 ins Land gekommen. Meistens kommen sie ohne Dokumente, ihre Identität lässt sich daher für Österreichs Behörden nicht nachvollziehen. Genauso wenig ist daher ein Einblick in die Vorgeschichte der Asylwerber möglich. Sollten sie schwere Straftaten im Heimatland oder während ihrer Reise nach Österreich begangen haben, so werden diese mit höchster Wahrscheinlichkeit in Österreich nie ans Licht kommen.